OSNABRüCK, 17. Februar 2012


Osnabrück zeigt Verständnis für den Rücktritt von Wulff

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Bundespräsident Christian Wulff spricht am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin und ist dabei auf einem Fernseher und einem Laptop (links) zu sehen. Bild: dpa  Bild vergrößern

osnabrück - Christian Wulffs Heimatstadt Osnabrück bedauert den Rücktritt des Bundespräsidenten, hält ihn aber gleichzeitig für angemessen. „Angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Wochen ist dieser Schritt wohl unausweichlich gewesen“, erklärte Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) am Freitag.

„Ich respektiere die Entscheidung von Herrn Wulff, als Bundespräsidenten zurückzutreten, weil dieses Amt eine breite Vertrauensbasis erfordert“, ergänzte der Osnabrücker Landrat Thomas Kubendorff (CDU).

Wulffs väterlicher Freund Egon Geerkens, der im Zusammenhang mit dem Privatkredit für Wulffs Haus in Großburgwedel in die Schlagzeilen geriet, wollte den Rücktritt nicht kommentieren. „Ich möchte dazu keine Erklärung abgeben. Das habe ich die ganze Zeit nicht getan“, sagte er.



Besonders betroffen war der Osnabrücker CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde, der Wulff bereits seit 37 Jahren kennt. „Ich bin zutiefst bestürzt“, sagte Brickwedde im Urlaub in Oberbayern. Dennoch glaubt er, dass es der richtige Schritt war. Die Kampagne einiger Medien und Fehler in Wulffs Verteidigungsstrategie seien für den Rücktritt verantwortlich. „Für mich bleibt Christian Wulff bis zur rechtlichen Klärung aber ein Ehrenmann. Das moralische Todesurteil fällt nicht die „Bild“-Zeitung, sondern das Gericht.“

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Der Osnabrücker SPD-Fraktionschef sieht das anders: „Der Vorschlag für Christian Wulff als Ehrenbürger hat sich damit wohl erledigt.“ Als Osnabrücker und ehemaliger Nachbar von Wulff sei er zwar traurig, für die Stadt sei es aber gut, dass sie jetzt aus den Negativ-Schlagzeilen komme. „Osnabrück drohte seinen guten Ruf als Friedensstadt zu verlieren und in den Strudel mitgerissen zu werden.“ In der Summe der Vorwürfe sei der Rücktritt längst überfällig gewesen.

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