BERLIN , 17. Februar 2012


Bundespräsident Wulff zurückgetreten - die Nachfolge soll schnell geklärt werden

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Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff (links), seine Frau Bettina (rechts) und ihr Sohn Linus treffen mit dem Auto in ihrem Haus in Großburgwedel ein. Bild: dpa Bild vergrößern

berlin - Nach zehn Wochen Dauerkritik und angesichts drohender strafrechtlicher Ermittlungen hat Bundespräsident Christian Wulff am Freitag seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Noch am selben Tag eröffnete Kanzlerin Angela Merkel die parteiübergreifende Suche nach einem Nachfolger. Der muss bis zum 18. März gewählt sein, die Koalitionsspitzen wollten noch am Abend im Kanzleramt beraten.

Die Opposition reagierte erleichtert und bot Merkel Zusammenarbeit an. Die Staatsanwaltschaft Hannover will bereits an diesem Sonnabend nach Erlöschen von Wulffs Immunität die Ermittlungen gegen ihn aufnehmen.



Mit nur 598 Tagen war Wulff so kurz im Amt wie kein anderer Bundespräsident. Der 52-Jährige gab seinen Rücktritt am Freitag in einer persönlichen Erklärung bekannt, zu der er kurzfristig ins Schloss Bellevue geladen hatte. Wulff wies an der Seite seiner Frau Bettina alle Vorwürfe wegen möglicher Begünstigungen durch befreundete Unternehmer nochmals zurück, räumte aber Fehler rein. Zugleich gab er zu, dass er das Präsidentenamt nicht mehr so wahrnehmen könne, „wie es notwendig ist“. Merkel zollte dem bislang jüngsten bundesdeutschen Staatsoberhaupt „größten Respekt“.

Zugleich kündigte die CDU-Chefin an, über die Parteigrenzen hinweg nach einem Nachfolger zu suchen. In der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt wählt, hat Schwarz-Gelb nur eine knappe Mehrheit von derzeit mindestens vier Stimmen. Im Gespräch für die Nachfolge sind unter anderem Verteidigungsminister Thomas de Maizière, der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer (beide CDU) und auch der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, der 2010 als rot-grüner Kandidat gegen Wulff nur knapp verloren hatte.

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