Frei und offen nachdenken
„Ich hoffe, dass es einen gemeinsamen Bundespräsidenten-Kandidaten gibt“. Das sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Garrelt Duin (Hinte), zugleich Sprecher des mächtigen SPD-Flügels „Seeheimer“.
FRAGE: Herr Duin, Kanzlerin Merkel plädiert für einen gemeinsamen Bundespräsidenten-Kandidaten. Sehen Sie dafür Chancen?
DUIN: Ich hoffe, dass es funktioniert. Das Amt des Bundespräsidenten ist mir zu wichtig, als dass wir es in die Parteipolitik hineinziehen sollten. Einen Kandidaten möglicherweise noch einmal in einen dritten Wahlgang zu schicken, sollten wir uns ersparen. Wir sollten gemeinsamen jemanden finden, der von allen getragen wird.
FRAGE: Jemand ohne Parteibuch?
DUIN: Das ist nicht zwingend. Es gibt auch gute Kandidatinnen oder Kandidaten mit Parteibuch. Wir sollten lieber frei und offen darüber nachdenken, wer das Amt in einer so schwierigen Phase übernehmen kann.
FRAGE: Hätten Sie einen Favoriten?
DUIN: Ich denke, dass wir in der Riege ehemaliger Repräsentanten der Politik oder bei Juristen am Bundesverfassungsgericht geeignete Kandidaten finden werden. Wichtig ist mir, dass jemand unbelastet vom aktuellen Geschäft das Amt antreten kann.
FRAGE: Glauben Sie, dass der unterlegene „Bundespräsident der Herzen“, Joachim Gauck, nochmals antritt?
DUIN: Ich bin nicht nahe genug, um beurteilen zu können, ob Gauck sich nicht als zweite Wahl sehen würde. Aber klar ist, dass er die Fähigkeiten für das Präsidentenamt mitbringen würde. Ich mahne auch zu einem vorsichtigen Umgang mit den Kandidaten, die jetzt gehandelt werden. Sie dürfen durch die kommende Debatte nicht beschädigt werden.
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