„Sein Verhalten war für uns alle eine Belastung“
Bundespräsident Zahlreiche Reaktionen aus Politik und Gesellschaft zum Rücktritt
Berlin - Der Rücktritt von Christian Wulff hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Wir dokumentieren eine Auswahl davon in Zitaten. „Mit diesem Schritt rückt Christian Wulff die Würde und die Bedeutung des höchsten Staatsamtes an die erste Stelle. Niemand hat sich diesen bedauerlichen Gang der Dinge gewünscht. Aber alle sind jetzt dazu aufgerufen, dieser Situation gerecht zu werden.“
Horst Seehofer (CSU), bayrischer Ministerpräsident, Bundesratspräsident und kommissarisches Staatsoberhaupt. „Er hat verhindert, dass das Amt noch schwerer beschädigt wird, als es bereits ist. Wir brauchen eine Persönlichkeit, die die Reputation des Amtes wiederherstellt. Es kann auch ein Christdemokrat sein – die Persönlichkeit zählt.“
Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender.
„Die Affäre Wulff hat das Land belastet. Auch im Rücktritt zeigt sich Christian Wulff wenig einsichtig. Wir machen jetzt keine Castingshow, wir machen jetzt nicht: Deutschland sucht den Bundespräsidenten.“
Claudia Roth, Parteivorsitzende der Grünen. „Ich respektiere die Entscheidung des Herrn Bundespräsidenten. Für Deutschland ist es wichtig, dass die Arbeit an der Integration der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionen, für die Bundespräsident Christian Wulff sich sehr engagiert hat, fortgesetzt wird.“
Guido Westerwelle (FDP), Außenminister. „Ich glaube, Herr Wulff wäre gut beraten gewesen, wenn er früher zurückgetreten wäre. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob diese Koalition noch regulär bis zum Herbst 2013 hält.“
Gregor Gysi, Vorsitzender der Linksfraktion. „Ich denke, dass es zu spät ist, weil sein Verhalten letztlich für uns alle eine Belastung war.“
Petra Zieger, Rocksängerin, saß bei der Wahl Christian Wulffs zum Bundespräsidenten für die CDU in der Bundesversammlung. „Wir haben dadurch inhaltlich einen guten Bundespräsidenten verloren.“
Kenan Kolat, Bundesvorsitzender des Dachverbandes der Türkischen Gemeinde in Deutschland. „Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland dankt Christian Wulff herzlich für seine ganz besondere Aufmerksamkeit und freundschaftliche Verbundenheit. Wir würdigen darüber hinaus ausdrücklich sein konsequentes Eintreten für die Rechte der religiösen Minderheiten und seine besondere Sensibilität im Umgang mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.“
Dieter Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland.
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