Walter Scheel fordert Verzicht auf Sold
Bundespräsident 199 000 Euro pro Jahr
Berlin - Nach seinem Rücktritt sieht sich Christian Wulff mit Forderungen nach einem Verzicht auf den Ehrensold konfrontiert. Der frühere Bundespräsident Walter Scheel forderte von ihm, auf die Privilegien zu verzichten.
Beim Ausscheiden aus dem Amt erhält ein Bundespräsident lebenslang den Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge, die aktuell bei 199 000 Euro pro Jahr liegen. Auch darf er sich noch Bundespräsident nennen, er hat zudem Anspruch auf einen Dienstwagen und ein Büro. Wulff war allerdings nur gut anderthalb Jahre im Amt.
Scheel wünscht sich, „dass Christian Wulff als Bundespräsident a.D. klug genug ist und auf seinen Ehrensold verzichtet. Damit könnte er beim deutschen Volk verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen“, sagte Scheel der „Bild am Sonntag“.
Nach einer Emnid-Umfrage der Zeitung fordern 78 Prozent der gut 500 befragten Deutschen, Wulff solle den Ehrensold nicht in Anspruch nehmen.
Wulff selbst hatte sich kurz nach Amtsantritt 2010 noch für finanzielle Abstriche beim Ehrensold ausgesprochen. In der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Wulff“ sagte er damals: „Ich denke, da muss ein Zeichen gesetzt werden. Das wird man verändern müssen.“
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