Parteien einig: Gauck soll Bundespräsident werden
Staatsoberhaupt Früherer DDR-Bürgerrechtler zeigt sich überwältigt – Koalition stand am Rande des Scheiterns – Bundeskanzlerin Merkel lenkte doch noch ein
Gemeinsamer Auftritt (von links): SPD-Chef Sigmar Gabriel, Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel BILD: ddp 
von Unseren Agenturen
Berlin - Joachim Gauck (72) wird neuer Bundespräsident. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gab ihren Widerstand gegen den Favoriten von SPD, Grünen und FDP auf. Die Koalition habe sich mit Rot/Grün auf den früheren DDR-Bürgerrechtler geeinigt, um einen überparteilichen Kandidaten zu finden, sagte Merkel am Sonntagabend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Parteichefs.
Der sichtlich bewegte Gauck kündigte dort an, er wolle den Deutschen vermitteln, dass sie „in einem guten Land leben, das sie lieben können“. Merkel bezeichnete den früheren evangelischen Pfarrer als „wahren Demokratielehrer“, der Impulse für Globalisierung, die Lösung der Schuldenkrise und mehr Demokratie geben könne.
Gauck sagte auf der Pressekonferenz, er sei kein „Supermann“ und müsse sich die Vorschusslorbeeren erst verdienen. Er sei überwältigt und verwirrt. Der Anruf der Kanzlerin habe ihn im Taxi erreicht, sagte der Theologe. An Merkel gerichtet sagte Gauck, das Wichtigste für ihn sei immer gewesen, dass sie ihm Vertrauen und Hochachtung gezollt habe.
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SPD-Chef Sigmar Gabriel meinte: „Ende gut, alles gut.“ FDP-Chef Philipp Rösler betonte, Gauck könne verlorenes Vertrauen in das Bundespräsidentenamt zurückgeben. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, Gauck sei schon 2010 der grüne Kandidat gewesen und könne in Zeiten von Rechtsterror in Deutschland viel bewegen.
Zuvor stand die Koalition am Rande eines Scheiterns. Merkel machte innerhalb der Unionsspitze deutlich, dass sie Gauck, der 2010 gegen den am Freitag zurückgetretenen Christian Wulff verloren hatte, nicht unterstützen wolle. Die FDP-Spitze um Philipp Rösler hielt aber an Gauck fest.
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