Menschliche Grausamkeit
Das, was in Wehnen von 1936 bis 1945 geschah, kann man nur als grausam bezeichnen. Obwohl der „Heil-und Pflegeanstalt Wehnen“ sogar ein landwirtschaftlicher Betrieb zur Verfügung stand, der alle Patienten hätte versorgen können, mussten diese hungern. Am schrecklichsten war, dass die Pfleger und Psychiater mit hinter der ganzen Sache steckten. Die Psychiater und Ärzte brachen dadurch ihren hippokratischen Eid, der es verbietet, Kranken zu schaden, doch sie brachten die geistig – und körperlich – Kranken dennoch um. Keiner der Verantwortlichen wurde gezwungen, bei der „Euthanasie“ mitzumachen – sie taten es freiwillig.
Da die Verantwortlichen in Wehnen schon 1936 mit der „Euthanasie“ begannen, also vor dem „Euthanasiebefehl“, mordeten sie ohne Rechtsgrundlage. Selbst der „Euthanasiebefehl“ Hitlers wurde zur NS-Zeit nie offiziell geltendes Recht. Dies unterstreicht, wie grauenvoll das war, was zur NS-Zeit in Wehnen geschah. Aber dies blieb nicht unentdeckt. Viele Verwandte protestierten. Die Patienten wurden gezwungen, in der Anstalt zu bleiben. Daraufhin versuchten auch einige zu flüchten, doch die Versuche scheiterten. Menschen empörten sich über das Geschehen. Einer war Clemens August Kardinal Graf von Galen aus Münster.
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