Minister verspricht Wiederkehr
Zwischenahner Woche Jörg Bode nimmt einige Wünsche mit nach Hannover
Gastgeschenk: Einen Ammerländer Aal überreichte Bürgermeister Arno Schilling Wirtschaftsminister Jörg Bode zum Abschied. BILD: Markus Minten 
von Markus Minten
Bad Zwischenahn - Ein Versprechen hat Wirtschaftsminister Jörg Bode dann doch noch gemacht: Er werde bald mal „ein bisschen Zeit abknapsen“ und wieder an dieses „sehr idyllische Plätzchen“ kommen. Ansonsten hielt der FDP-Politiker sich mit konkreten Zusagen an Bürgermeister Arno Schilling zurück. Immerhin: „Ihre Wünsche habe ich mitgenommen.“
Schilling hatte dem Gast, der auf Einladung der NWZ zum traditionellen „Woche“-Interview ans Meer gekommen war, vor allem um Unterstützung bei zwei Problemen gebeten, die den Verantwortlichen im Kurort auf den Nägeln brennen: Breitbandversorgung und der – gerade für einen Kurort wichtige – behindertengerechte Ausbau des Bahnhofes. Beim Thema Bahnsteig kündigte der Minister, der auch für den Verkehr im Land verantwortlich ist an, „zu bitten, zu fordern und zu drängen“. Mehr sei kaum möglich, verwies er zugleich aber auf die Verantwortung der Bahn.
„Förderanträge stellen“
Auch beim Thema Internetversorgung verstand Bode die Klagen durchaus – erst recht, nachdem Schilling ihm berichtet hatte, dass die Verbindung in einigen Gemeindeteilen nur per Modem möglich sei. Bei der Suche nach schnellen Lösungen für die Fläche setze er große Hoffnungen in die Funklösung, so der Minister. Erste Versuche verliefen sehr vielversprechend. Darüber hinaus müsse aber auch der Ausbau der Leitungen weiter vorangetrieben werden. Er verwies auf Förderprogramme, hofft auf weitere EU-Mittel und riet Gemeinde wie Bürgern und Unternehmen mit Anträgen am Ball zu bleiben. Denn: „Breitband ist genauso wichtig wie Straßen.“
Nach dem öffentlichen Interview, das NWZ-Chefredakteur Rolf Seelheim mit dem Minister (wegen der unsicheren Witterung) zuvor in der Wandelhalle geführt hatte, nutzten auch einige Bad Zwischenahner die Möglichkeit, dem Minister konkrete Fragen zu stellen. So hinterfragte Rolf Harms kritisch die Bode-Forderung nach einer höhere Mineralölsteuer, wenn im Gegenzug die Kraftfahrzeugsteuer wegfiele. Als Spediteur sehe er einer solchen Entwicklung mit Sorge entgegen. Bode betonte, dass ausschließlich eine aufkommensneutrale Lösung angestrebt sei. Den Vorstoß an sich verteidigte der Liberale, da der Verwaltungskostenanteil der Mineralölsteuer im Vergleich zur Kfz-Steuer nur Einhundertstel ausmache.
Hans-Jürgen Hubert gab dem Minister mit auf den Weg, sich beim Anschluss des Jade-Weser-Ports für eine Umfahrung Oldenburgs einzusetzen. Dies sei allenfalls eine langfristige Lösung, so Bode. Als schnelle Maßnahme setze er unter anderem auf technische Lösungen wie Flüsterwaggons.
Einladung zur Eröffnung
Beim abschließenden Empfang im Alten Kurhaus nutzte Geschäftsführer Christian Wandscher die Möglichkeit, für den Park der Gärten zu werben – und um weitere Unterstützung. Er übergab dem Minister nicht nur ein Buch, vor allem lud er Bode schon jetzt zur offiziellen Eröffnung des neuen Besucherzentrums Anfang 2013 ein.
Der allerdings will ja schon viel früher wiederkommen. Wenn auch sicher nicht so oft, wie sein Parteifreund, Vorgänger im Amt und Bad-Zwischenahn-Fan Walter Hirche. „Der hat ja auch mehr Zeit“, meinte der 40-Jährige über den 70-Jährigen.
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