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70 Jahre NWZ
1946 - 2016

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NWZonline.de 70 Jahre NWZ

Nwz-Gründung: In schwerer Zeit viel Mut bewiesen

26.04.2016

Oldenburg In den Wirren der Nachkriegszeit suchten die Menschen nach Orientierung, nach Lebenshilfe und Perspektiven. Der Kaufmann, Lehrer und Ingenieur Fritz Bock ergriff die Initiative und wagte die Gründung der ersten deutschen Nachkriegszeitung im Nordwesten des von Krieg und Nazi-Terror geschundenen Landes.

Wichtigste Voraussetzung dafür war neben Unternehmergeist und Risikobereitschaft die Zustimmung der britischen Militärbehörden. Gegen Fritz Bock gab es weder politische noch fachliche Vorbehalte. Als Verleger erhielt er 1946 gemeinsam mit dem Journalisten Joachim Papst die Zeitungslizenz Nummer 39. Sie bildet die Grundlage für die inzwischen 70-jährige Erfolgsgeschichte der NWZ .

Die Zeitung müsse dazu beitragen, die öffentliche Meinung wieder zur Wahrheit zurückzuführen, sagte Fritz Bock bei der feierlichen Übergabe der Lizenzurkunde durch die britische Militärregierung, die beim Festakt im Maschinensaal des Oldenburger Pressegebäudes an der Peterstraße von Brigadier William Gibson vertreten wurde. Es sei die Aufgabe, „verantwortungsbewusst zu arbeiten im Geist der Wahrheit und Gerechtigkeit, im Sinne der Völkerverständigung und des Völkerfriedens“.

In der ersten Ausgabe, die heute vor genau 70 Jahren am Freitag, 26. April 1946, erschien, wird über die Lizenzübergabe auf der Titelseite berichtet. Der „Aufmacher“-Artikel gleich daneben handelt von der harten Realität im Nachkriegsdeutschland: Menschen hungern, Lebensmittel sind knapp und müssen importiert werden. Als Zahlungsmittel diente damals deutsche Kohle.

Mit Mangel hatte auch die Nordwest-Zeitung in ihrer Anfangszeit zu kämpfen. So war an Druckpapier nur sehr schwer heranzukommen. Die Infrastruktur war zerstört. Stabile Nachrichtenverbindungen gab es ebenso wenig wie Transportmittel und Treibstoff.

Neben diesen praktischen Problemen, denen die Verlags- und Zeitungsgründer mit viel Improvisationstalent begegneten, mussten sie zunächst auch gegen die Skepsis mancher Leser ankämpfen: Kritiker vermuteten, dass die Militärregierung die Berichterstattung beeinflusst. Doch dieser Verdacht wurde mit engagiertem Journalismus schnell entkräftet. Nach der Übergabe der Lizenzurkunde hatten Verlag und Redaktion freie Hand. Damals wie heute galt für die Nordwest-Zeitung das Leitmotto „Unabhängig – Überparteilich“.

Und von Anfang an verstand sich die Nordwest-Zeitung als Regional-Zeitung, die auf lokale Tiefe setzt, die Leser aber auch mit Nachrichten aus aller Welt versorgt und die Auswirkungen der „großen Politik“ auf die Bürgerinnen und Bürger in der Region analysiert.

Über die Alltagsnot der Menschen war damals viel zu lesen, über den mühsamen Aufbau des öffentlichen Lebens, über die Suche nach einer politischen Ordnung zwischen Weser und Ems sowie über wichtige Ereignisse in aller Welt und die Folgen des Zweiten Weltkriegs.

Fritz Bock setzte in dieser schwierigen Zeit auf Pragmatismus. „Denn man zu“, pflegte er zu sagen, wenn ein Problem gelöst war. Das Vertrauen in den Chef war groß. In der aufstrebenden Firma war bald von „Vater Bock“ die Rede, die Belegschaft verstand sich als „NWZ -Familie“.

Langsam, aber stetig verbesserten sich die Rahmenbedingungen. Ab dem 14. November 1947 konnte die Nordwest-Zeitung drei- statt zweimal wöchentlich erscheinen. Seit dem 1. September 1949 erscheint die NWZ  sechsmal in der Woche.

Mit dem Umfang wächst auch das Unternehmen. Im Oktober 1952 bezieht der Verlag direkt neben dem bisherigen Pachtgebäude an der Peterstraße sein erstes eigenes Haus.

Als Fritz Bock am 14. Juli 1954 im Alter von 72 Jahren starb, hinterließ er ein erfolgreiches Unternehmen sowie eine Zeitung, die für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik steht und sich gleichzeitig dem Nordwesten Niedersachsens verbunden und verpflichtet fühlt.

Seine Vision war Wirklichkeit geworden.

Ulrich Schönborn Chefredakteur (ViSdP) / Chefredaktion
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