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Ärzte-Ausbildung: Region trägt European Medical School

15.07.2016

Oldenburg Der Traum von einem Medizin-Studiengang in Oldenburg war fast so alt wie der Wunsch nach einer Universität in Oldenburg. Bereits in den 1960er Jahren waren es Ärzte der Oldenburger Krankenhäuser, die ein solches Projekt planten. Indes kam es anders. Und das mehrfach. Bereits 1971 hatte der Gründungsausschuss für die Universität Oldenburg eine „Planungskommission Medizin“ eingerichtet. Die Landesregierung lehnte den Aufbau eines Medizinischen Fachbereichs damals jedoch aus finanziellen Gründen ab.

Es gab nach der Gründung der Universität zahlreiche weitere Anläufe, die letzten scheiterten 1989 und 1999. Eine medizinische Fakultät blieb dem Standort verwehrt, obwohl zwischenzeitlich alle drei Oldenburger Klinken als Lehrkrankenhäuser fungierten – allerdings für die Universität Göttingen.

Doch man ließ nicht nach: Zu verdanken ist dieses Projekt nicht zuletzt Medizinern mit bundesweit exzellenter Reputation und Wissenschaftlern von internationalem Ruf. Alle in Oldenburg. Vor weit mehr als zehn Jahren trafen sich der damalige Präsident der Universität Oldenburg, Professor Siegfried Grubitzsch, der international renommierte Neurobiologe Professor Reto Weiler und der 2002 von Hannover nach Oldenburg gewechselte und weit über die Landesgrenzen bekannte Chirurg und Tumorexperte Professor Dr. Hans-Rudolf Raab (Klinikum Oldenburg). Es ging um nicht mehr und nicht weniger als die Einrichtung einer medizinischen Fakultät an der Carl von Ossietzky Universität.

Die drei Männer trieben das Projekt voran – durchaus ermutigt von dem damaligen Wissenschaftsminister, dem Oldenburger Lutz Stratmann. Und es ging voran. Selten war der Nordwesten so einhellig überzeugt von einem Projekt. Es wurde als gemeinsame historische Chance begriffen – und ergriffen.

Parallel dazu gründete sich 2009 der Verein der Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest, um den Medizin-Studiengang an der Uni finanziell und ideell zu unterstützen. Im Frühjahr 2011 hatte der Verein (über 160 Mitglieder) im gesamten Nordwesten damit begonnen, Geld zur Unterstützung der European Medical School einzuwerben. Vor allem IHK-Ehrenpräsident Dr. Karl Harms war hierbei sehr erfolgreich.

Denn das Land hatte zur Gründung der medizinischen Fakultät zur Bedingung gemacht, dass aus der Region in fünf Jahren fünf Millionen Euro in das Projekt einfließen müssten. Das Klinkenputzen begann – und die Region stand zusammen wie selten zuvor. Firmen, Banken und Privatpersonen aus dem gesamten Nordwesten, die Landkreise und Städte unterstützten den geplanten neuen Studiengang. 2013 waren die fünf Millionen zusammen. In Rekordzeit. „Millionen-Spritze für Uni-Medizin wirkt“, titelte die Nordwest-Zeitung am 7. November 2013. Mit den fünf Millionen Euro werden ausschließlich sechs Professuren für den Bereich Versorgungsforschung finanziert. Oldenburg könnte sich mit diesem Forschungsschwerpunkt zum größten seiner Art in Deutschland entwickeln.

Ein weiteres eindeutiges Zeichen für die gemeinsame Überzeugung war der 30. März 2011. Der 5. „Nordwest-Award“ ging nach Oldenburg. Auf dem ehemaligen Oldenburger Fliegerhorst kürte die Jury das Zukunftsprojekt mit dem ersten Preis. Die Finanzierung durch das Land Niedersachsen war zwar noch nicht gesichert, aber die Gründung der European Medical School Oldenburg/Groningen mit einem gemeinsamen Studienangebot Humanmedizin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Rijksuniversiteit rückte näher.

Die Grundlage für die Gründung der Fakultät legte dann der Landtag mit großer Mehrheit endgültig mit einem Gesetz über die rechtlichen Rahmenbedingungen für die European Medical School Oldenburg-Groningen. Das Gesetz trat am 15. Juli 2012 in Kraft. Die Operation European Medical School gelang voll und ganz. Nach 20 Jahren wurde in Deutschland erstmals wieder an einer Hochschule eine medizinische Fakultät eingerichtet. Am 1. Oktober 2012 kamen die ersten 40 Studierenden.

„Wir wollten möglichst viele Menschen und Institutionen dafür gewinnen, dieses Projekt zu unterstützen und deutlich machen, dass der Nordwesten die European Medical School begrüßt“, sagt Dr. Gerd Pommer, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer.


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Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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