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Ehrenamt: Wenn die eigene Feuerwache brennt

16.07.2016

Scharrel Am 27. Dezember 2014 war es soweit: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Scharrel (Kreis Cloppenburg) konnten in ihre nagelneue Feuerwache einziehen. Gebäude, Spinde, Ausrüstung, Fahrzeuge – alles neu.

Diesem Traum einer jeden Feuerwehr ging aber ein wahrer Albtraum voran. Der Einzug in das Gebäude war für die Scharreler der Schlusspunkt einer langen Leidenszeit. Die Feuerwache war nämlich genau 448 Tage zuvor niedergebrannt.

Rückblick: Es war die Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 2013. Gegen 2.40 Uhr geriet die Feuerwache in Brand. Ein Nachbar hatte das Feuer bemerkt und den Notruf gewählt. Als kurze Zeit später die Feuerwehrleute eintrafen, trauten sie ihren Augen nicht. Ihr eigenes Spritzenhaus stand lichterloh in Flammen.

Das Feuer hatte sich in Windeseile schon so weit ausgebreitet, dass ein Betreten des Gebäudes unmöglich war. Hilflos mussten die Kameraden mit ansehen, wie das Gebäude und auch sechs zum Teil neuwertige Löschfahrzeuge ein Raub der Flammen wurden.

Die alarmierten Feuerwehren aus Barßel, Friesoythe, Ramsloh, Cloppenburg und Lindern gaben gemeinsam mit den Scharrelern ihr Bestes, doch am Ende standen die Rettungskräfte vor einer Ruine.

Dabei war die Feuerwache erst vor fünf Jahren gebaut und feierlich eingeweiht worden. Das gelang nur, weil die Feuerwehrleute rund 9000 Stunden an Eigenleistung in das Gebäude steckten. Es war der ganze Stolz der Scharreler Kameraden, der nun vor ihnen in Schutt und Asche lag.

Sie hätten also allen Grund gehabt, den Kopf tief in den Sand zu stecken. Doch das kam für die ehrenamtlichen Helfer nicht in Frage. Nachdem der erste Schock überwunden war, ging der Blick für Ortsbrandmeister Stefan Vocks und seine rund 60 Kameraden nur in eine Richtung: nach vorn. „Weitermachen“ war die Devise. Und das gelang in bewundernswerter Weise.

Eine leerstehende Halle in einem Gewerbegebiet diente als provisorisches Domizil, zwei Löschfahrzeuge, ein Fahrzeug für Hilfeleistungen, ein Bulli und Schutzausrüstungen wurden von anderen Feuerwehren vorübergehend ausgeliehen.

Das Engagement der Scharreler und die Hilfsbereitschaft der Wehren aus dem gesamten Oldenburger Land waren enorm. So konnte die Freiwillige Feuerwehr Scharrel nur vier Tage nach dem verheerenden Brand vermelden, dass ihre Einsatzbereitschaft wieder hergestellt sei.

Zwei Wochen später gaben Gutachter bekannt, dass als Brandursache Brandstiftung ausgeschlossen werden könne und man von einem technischen Defekt, vermutlich im Bereich eines Fahrzeuges, ausgehen müsse. Die Schadenssumme wurde auf rund fünf Millionen Euro taxiert.

Anfang 2014 wurde dann mit den Abrissarbeiten und dem Wiederaufbau begonnen. Ende 2014 lautete die Schlagzeile in der NWZ : „Kameraden ziehen in neue Wache.“

2014 war für die Scharreler Feuerwehr nicht nur wegen des Wiederaufbaus des Feuerwehrhauses ein besonderes Jahr. Stellvertretend für die enorme Leistung der gesamten Scharreler Wehr wurde Ortsbrandmeister Stefan Vocks zum Menschen des Jahres gekürt. Die Auszeichnung nahm er im Januar 2014 im Rahmen des traditionellen Neujahresempfangs der Nordwest-Zeitung in der Friesoyther Wassermühle entgegen.


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Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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