Uthwerdum - Die Planung der Zentralklinik für den Landkreis Aurich und die Stadt Emden gehen weiter: An der künftigen Baustelle sind die Untersuchungen der Archäologen, die im Vorfeld im Boden nach Hinweisen auf eine frühere Besiedlung suchen, noch nicht von Erfolg gekrönt. „Im ersten Abschnitt der bodenkundlichen Untersuchungen gab es bislang keine archäologischen Funde“, teilte Annika Weigelt, Sprecherin der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden auf Nachfrage der NWZ mit. „Die Arbeiten werden fortgeführt, pausieren aber kurzzeitig, weil die Landwirte ihre Ernte einfahren“, erklärte sie den aktuellen Stillstand.
Offen bleibt damit, ob die Forscher dort fündig werden. Doch für Victorburs Pastor Jürgen Hoogstraat, dessen lutherische St. Victor-Kirche nur ein paar Steinwürfe entfernt in den Himmel ragt, ist damit noch längst nicht alles gesagt. Die Besiedlung der Flächen an der Uthwerdumer Straße und Westvictorburer Straße vor mehr als Tausend Jahren auf der Warf könne immerhin durchaus noch Überraschungen bereithalten, will Hoogstraat nicht ausschließen. „Vielleicht ist die Besiedlung ja noch weiter ausgedehnt worden, als sie sich heute darstellt“, sagte er auf NWZ-Nachfrage. Die Siedler aus der heutigen Krummhörn waren vor rund einem Jahrtausend von der Küste in das Binnenland geflüchtet, weil die Nordsee in ihrer Heimat das Land bedrohte.
Als Baubeginn für die Zentralklinik ist 2023 im Blick
Die Bodenuntersuchungen finden in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst der Ostfriesischen Landschaft, dem Forschungsinstitut Dr. Sonja König und dem Vermessungsunternehmen GEOdata statt. Erforscht werden mögliche historische und kulturgeschichtliche Zeugnisse. Hier ist Dr. Sonja König vom archäologischen Dienst der Landschaft verantwortlich. Dabei wird die Oberfläche des Bodens abgetragen, um mögliche Mauern sichtbar zu machen. GEOdata führt dazu parallel Boden-Untersuchungen durch, um Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Untergrundes für den Bau der Zentralklinik zu erhalten. Als Baubeginn für die Klinik ist 2023 ins Auge gefasst, sobald es 2022 grünes Licht für die Fördergelder gibt.
