Oldenburg - Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es hat mehrere Freiheitsgrade und ist bei körperlichen Aktivitätenenormen Belastungen ausgesetzt. In dem aus zwei Teilen bestehenden, von einer Gelenkkapsel umschlossenen Kniegelenk stoßen mit dem Ober- und dem Unterschenkel sowie der Kniescheibe drei knöcherne Strukturen aufeinander. Der Gelenkknorpel sorgt wie ein Schutzpuffer dafür, dass die Knochen nicht direkt aufeinander stoßen. Zur Funktionsfähigkeit des Knies trägt neben der umgebenden Muskulatur auch der mit dem Gelenk verbundene Bänder und Sehnenapparat bei.

Die permanente Beanspruchung bewirkt im Kniegelenk einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Verschleiß. Dass es mit der Zeit zu einem auch als Arthrose bezeichneten übermäßigen Gelenkabrieb kommt, ist zumeist eine normale Begleiterscheinung des Alterungsprozesses, kann sich aber auch schon in jüngeren Jahren einstellen. Mit den Auswirkungen können die meisten Menschen gut leben, wenn diese keine relevanten Beschwerden verursachen.

Es kann aber auch sein, dass ein fortgeschrittener Gelenkverschleiß starke Schmerzen und Funktionseinschränkungen mit sich bringt, berichtet Prof. Dr. Max Ettinger, Direktor der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Pius-Hospital Oldenburg: „Die Arthrose ist der mit Abstand häufigste Grund für einen Kniegelenkersatz. Viele Patienten können nur damit eine schmerzfreie volle Belastbarkeit und Beweglichkeit zurückgewinnen.“

Fehlstellungen der Beine

Die Medizin unterscheidet unter der primären, vor allem genetisch bedingten Arthrose des Kniegelenks, die oft mit Fehlstellungen wie X- oder OBeinen einhergeht, und einer sekundären Arthrose, die durch verschiedene während des Lebens erworbene Faktoren entsteht. Dazu können neben einer Infektion oder einer alten Sportverletzung auch langjähriges Übergewicht zählen. In seltenen Fällen führt eine Rheuma-Erkrankung zu einem übermäßigen Verschleiß, der eine Gelenkersatz-OP erforderlich machen kann.

Ob eine medizinische Intervention sinnvoll ist, hängt abgesehen von Art und Ausmaß der Gelenkschädigung davon ab, wie stark der Leidensdruck des Betroffenen ist, sagt Prof. ttinger: „Welche Behandlung infrage kommt, ist je nach individuellem Befund sehr unterschiedlich und muss stets gemeinsam mit dem Patienten entschieden werden.“

Während bei der Behandlung einer beginnenden Arthrose und einer Bein-Fehlstellung meistens dessen Korrektur im Fokus steht, macht eine vollständige Arthrose häufig den Einbau eines künstlichen Kniegelenks unabdingbar. Bei vielen Patienten ist die irreparable Schädigung des Originalgelenks so weit fortgeschritten, dass jeder Schritt große Schmerzen verursacht.

Verschiedene Modelle

Für eine Kniegelenk-OP gibt es verschiedene gut bewährte Verfahren. Je nach Ausprägung der Schädigung und der anatomischen Struktur des Knies können unterschiedliche Ersatzteil-Modelle verwendet werden, die in der Regel gut funktionieren und langjährig haltbar sind. Aktuelle Studien zeigen, dass mehr als 80 Prozent der Patienten mit dem OP-Ergebnis zufrieden sind. Der Einsatz von Roboter-assistierten Systemen lasse bei einem großen Teil der Patienten eine noch bessere Erfolgsquote zu, betont Prof. Ettinger: „Mit der neuen Technik vertraute Operateure können damit noch präziser arbeiten, wodurch sich das OP-Ergebnis verbessern lässt.“

Website: www.pius-hospital.de

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