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NWZonline.de

Reha-Zentrum Oldenburg: Die Folgen von Corona in den Griff bekommen

01.06.2022

Antriebslosigkeit, permanente Müdigkeit oder starke Probleme beim Luftholen – die Symptome nach einer durchgestandenen Corona-Infektion sind vielfältig. „Bekannt sind ungefähr 250“, weiß Dr. Stephan Böhmen, Chefarzt der Kardiologie am Reha-ZentrumOldenburg. Hier werden Patienten, die mit den Folgen der Viruserkrankung zu kämpfen haben, kompetent, einfühlsam und interdisziplinär behandelt.

„Längere Verläufe nach Virusinfektionen wie der Influenza sind bekannt. Das kann bis zu sechs Wochen dauern“, so Dr. Böhmen. „Bei Sars-CoV-2 spricht man bis zu einem Zeitraum von zwölf Wochen von Long Covid. Alles was danach kommt, wird als Post Covid bezeichnet.“ Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Zahl der an den Spätfolgen Erkrankten bei zehn bis zwanzig Prozent – wobei es im Gegensatz zu den bisherigen drei Varianten noch keine ausgewerteten Daten zur derzeit kursierenden Omikron-Infektion gibt.

Fatigue als häufigstes Merkmal

Grob gesehen lassen sich drei Gruppen von Long Covid- oder Post Covid-Patienten unterscheiden. „Zur ersten gehören die mit einem schweren Krankheitsverlauf und einer Organbeteiligung. Lunge oder Herz können Schaden genommen haben, manchmal wurden sie auf einer Intensivstation behandelt und mussten beatmet werden. Zumeist handelt es sich um ältere Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, aber auch jüngere Patienten mit Übergewicht sind betroffen.“

Schwieriger wird es in der zweiten Gruppe: „Es gibt keine Organmanifestation, die durch eine technische Untersuchung oder Laborbefunde klare Zusammenhänge zur Sars-CoV-2-Infektion herstellt.“ Fast hundert Prozent der Patienten geben allerdings als schlimmstes Symptom eine starke Abgeschlagenheit (Fatigue) und Antriebslosigkeit an. Es folgen mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Wortfindungsstörungen, Luftnot sowie Riech- und Geschmacksstörungen, denn auch die Hirnnerven sind beteiligt.

„Ungefähr 60 Prozent der Betroffenen in dieser Gruppe sind Frauen. Allerdings muss man genau hinsehen: Besteht ein Zusammenhang zu einer vorherigen Corona-Infektion oder handelt es sich doch um eine Depression? Um das herauszufinden und alles andere auszuschließen, arbeiten wir eng mit unseren Psychologen zusammen.“ Die dritte Gruppe hat bereits psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen. Sie empfindet nach einer Covid-Erkrankung eine Verschlechterung.

„Ob aber wirklich eine solche Krankheit stattgefunden hat, kann nur durch einen Antikörpernachweis in Erfahrung gebracht werden – sofern die Person nicht geimpft ist. Diese Patienten werden nicht in unserer Klinik rehabilitiert, da sie mehr in einer psychosomatisch ausgerichteten Klinik profitieren.“

Atemtherapie und positive Erlebnisse

Hilfe in der meist vierwöchigen Reha bekommen sie alle – wenn auch mit Schwerpunkten in ganz unter-schiedlichen Bereichen. So geht es in der ersten Gruppe hauptsächlich um die Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit betroffener Organe. Zudem müssen nach der langen Bettlägerigkeit die Muskeln wieder aufgebaut werden. Bei zuvor beatmeten Patienten auch die der Atemwege und des Zwerchfells. Bewegung und andere Trainingsmethoden sind dabei sehr hilfreich, ebenso eine Atemtherapie. An der klinikübergreifenden Behandlung von Kardiologie und Neurologie können Therapieabteilungen wie Neuropsychologie, Ergotherapie und Physikalische Therapie beteiligt sein. „Eine Klinik ist dabei federführend und wird durch die anderen Disziplinen unterstützt.“

Die zweite Gruppe, bei der die starke Erschöpfung im Vordergrund steht, profitiert ebenfalls sehr von der Reha. „Zuhause kommen die Patienten manchmal kaum aus dem Bett, ihr Tagesablauf hat sich komplett aufgelöst. Bei uns erhalten sie durch die Mahlzeiten und Therapieangebote wieder eine Tagesstruktur.“ Dazu gehört beispielsweise Bewegung, die Spaß macht und bei der recht schnell Erfolge zu sehen sind. Auch die psychologische Komponente ist sehr wichtig.

„Einige mussten eventuell bereits ihren Beruf aufgeben, und auch im Privaten sind die Kontakte meist weniger geworden. Für diese Patienten ist die Teilhabe am normalen Leben schwer gestört und damit der Krankheitswert sehr hoch. Positive Erlebnisse, die auch nachhaltig wirken, sind daher besonders wichtig.“

www.rehazentrum-oldenburg.de

Weitere interessante Berichte aus den Kliniken und Krankenhäusern der Region finden Sie hier in unserer Beilage „Gesundheit“.

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