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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Stadtteile Alexandersfeld

Ofener Bäke bessert Ökobilanz auf

17.10.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T15:58:46Z 280 158

Renaturierung:
Ofener Bäke bessert Ökobilanz auf

Metjendorf/Alexandersfeld Die Gemeinde Wiefelstede will sich mit der Gemeinde Ras­tede die Kosten der Renaturierung der Ofener Bäke auf dem ehemaligen Oldenburger Fliegerhorst teilen. Die Maßnahme soll laut Planung rund 635 000 Euro kosten – und die Ökokonten beider Gemeinden für die Kompensation von Eingriffen in die Natur bei der Bauleitplanung kräftig aufstocken.

Der Wiefelsteder Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung einer entsprechenden Vereinbarung mit der Haaren-Wasseracht und der Gemeinde Ras­tede sowie einer Beteiligung in Höhe von maximal 360 000 Euro zugestimmt. Die Baumaßnahme soll nach Angaben aus dem Bauamt voraussichtlich im März 2014 beginnen und bis Oktober 2014 dauern. Ras­tedes Bürgermeister Dieter von Essen rechnet damit, dass die Gemeinde Rastede im Dezember einer Vertragsunterzeichnung zustimmen wird. Der Rasteder Verwaltungsausschuss habe bereits am 1. Oktober in gewohnt nicht öffentlicher Sitzung entsprechend beschlossen.

Kompensation auch außerhalb der Gemeinde Möglich

Die Kommunen können, um Kompensationen sicherzustellen, auch außerhalb des Gemeindegebietes für Maßnahmen oder Kompensationsflächen zahlen, weiß Bernd Quathamer aus dem Wiefelsteder Bauamt – so, wie es jetzt die Gemeinde Ras­tede auf Wiefelsteder Gebiet tun könnte. Umgekehrt hatte die Gemeinde Wiefelstede 2009 in einem entsprechenden Pilotprojekt die ökologische Umgestaltung der Hülsbäke in der Gemeinde Rastede finanziert – ohne dass sich Ras­tede beteiligte: Ihr Flächenpool für Kompensationen war damals wohlbestückt. Damals nutzte Wiefelstede das Projekt ebenfalls, um auch Kompensationen bei baulichen Maßnahmen der Edeka zu ermöglichen.

Der Plan: Die Ofener Bäke soll auf dem Gebiet der Gemeinde Wiefelstede auf dem ehemaligen Oldenburger Fliegerhorst auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern renaturiert werden. Sie war 1952 beim Bau der Startbahn aus ihrem ursprünglichen Bett nach Westen verlegt worden. Sechs Jahre später wurde sie wegen der Startbahnverlängerung auf einem rund 700 Meter langen Abschnitt verrohrt. Sie soll künftig zum größten Teil wieder oberirdisch fließen und in einigen Bereichen auch die Möglichkeit erhalten, ihren Lauf selbst zu bestimmen. Träger der Maßnahme ist die Haaren-Wasseracht.

Mit dieser Maßnahme können die Gemeinden Rastede und Wiefelstede ihre Ökokonten aufbessern, denn die Renaturierung der Bäke gilt auch bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ammerland als „Ersatzmaßnahme“ für Eingriffe in die Natur durch die Bauleitplanung der Kommunen. Die Bäke bringt da einen „Kompensationsüberschuss“ von exakt 226 496 Werteinheiten – 100 000 für die Gemeinde Rastede, den Rest für die Gemeinde Wiefelstede, erklärte Bernd Quathamer aus dem Wiefelsteder Bauamt. Allerdings wird die geplante Erweiterung des Edeka-Logistikstandortes in Westerholtsfelde allein gut 90 000 Werteinheiten auf dem Wiefelsteder Konto „fressen“ – und gut 70 Prozent der von der Gemeinde für die Renaturierung zu zahlenden Kosten wieder hereinbringen. Denn wie bei der Aufstellung von Bebauungsplänen üblich, ist auch mit der Edeka vereinbart, dass sie die Kompensation zu zahlen hat. So refinanziert sich die Beteiligung an der Renaturierungsmaßnahme peu à peu selbst, sagte Quathamer.

Gesondert abgerechnet wird zudem der Verlust von rund 1020 Metern Wallhecke durch die Edeka-Erweiterung – über das Wallheckensanierungsprogramm des Landkreises. Dabei muss die Edeka für die Neuschaffung von 2040 Metern Wallhecke zahlen – wobei die Gemeinde den Landkreis gebeten hat, diese möglichst ortsnah zu realisieren.