Der Park der Gärten ist eines der touristischen Hauptaushängeschilder des Ammerlandes. Und das bereits seit 20 Jahren. Bis heute waren fast vier Millionen Menschen als Besucher auf dem Areal in Rostrup – Tendenz stark steigend. Dass sich der Park nach der Landesgartenschau 2002 (LGS) so erfolgreich entwickelt, war allerdings nicht sofort klar, denn kurz nach der Eröffnung 2003 gingen die Besucherzahlen erstmal deutlich zurück. Warum Christian Wandscher trotzdem an das Konzept geglaubt hat, was dabei die besonderen Stärken sind und warum er trotz der großen Nachfrage keine Erweiterung des Geländes anstrebt, berichtet der Geschäftsführer des Parks im Interview mit unserer Redaktion.
Der Park der Gärten in Rostrup in der Gemeinde Bad Zwischenahn ist eines der wichtigsten und bekanntesten Ausflugsziele im Nordwesten.
Aktuell besuchen durchschnittlich etwa 200 000 Personen die Anlage pro Jahr.
Zu sehen gibt es auf einer Fläche von rund 14 Hektar unter anderem mehr als 40 Mustergärten, 37 Pflanzensammlungen und drei Indoor-Ausstellungen zu den Themen Pflanzen, Boden und Wasser sowie heimische Vögel.
Christian Wandscher war vor seiner Tätigkeit im Park der Gärten Leiter des Bad Zwischenahner Ordnungsamtes und Geschäftsführer der 1. niedersächsischen Landesgartenschau, aus der der Park hervorgegangen ist. Er hat das Konzept des Parks der Gärten verantwortlich ausgearbeitet.
Die erste niedersächsische Landesgartenschau lief vom 19. April bis zum 6. Oktober 2002. Ab dem Folgejahr gab es den Park der Gärten, was ursprünglich nicht geplant war.
Bereits 2004 ist der Park beim Wettbewerb „Deutschlands schönster Park“ auf den 5. Platz gewählt worden (bei 88 Bewerbungen).
2008 hat der Park das Zertifikat „SeviceQ-Deutschland“ als einer der zehn besten Bewerber erhalten und konnte sich bis heute immer rezertifizieren. Weitere Zertifikate des Parks sind „Reisen für Alle“ und „Besonders Kinderfreundlich“.
2018 war der Park der Gärten unter den zehn schönsten Gärten Deutschlands, die das GEO-Magazin gekürt hat.
Der Park der Gärten ist in diesem Jahr noch bis zum 8. Oktober geöffnet. Die Kassenzeiten sind von 9.30 bis 18.30 Uhr, die Ausgänge schließen um 21.45 Uhr. Während der Illumination (12. August bis 13. September) sind die Kassen bis 22 Uhr und die Ausgänge bis 0 Uhr geöffnet.
Der reguläre Eintritt kostet für Besucher ab 18 Jahren 14 Euro (ermäßigt 11 Euro), ab 16 Uhr neun Euro (außer zur Illumination). Jahreskarten gibt es für diese Saison noch für 30 Euro. Minderjährige Besucher müssen keinen Eintritt zahlen.
Hunde haben keinen Zutritt zum Gelände.
Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Parks im Internet unter
Herr Wandscher, Sie leiten den Park der Gärten seit 20 Jahren und haben, mit Blick auf den Erfolg, viele gute Entscheidungen getroffen. Welche war die beste?
Christian WandscherDas war ganz klar die Entscheidung, hier weiterzumachen, nachdem die Landesgartenschau vorbei war und das erste Interesse deutlich abgeebbt ist. Wir haben den Park dann zu einer „Mustergartenanlage“ für alle Generationen weiterentwickelt. Dem Namen entsprechend: ein Park mit Gärten. Auf hohem gärtnerischen Niveau mit dem hiesigen Gartenbau und vielen Möglichkeiten der Wissenserweiterung für den Gast.
Warum hat das Interesse am Park nach der Landesgartenschau nachgelassen? Aus heutiger Sicht ist das doch unvorstellbar.
WandscherWir sind vor 20 Jahren als erste niedersächsische Landesgartenschau hier in Rostrup an den Start gegangen und hatten fast eine Million Besucher, geplant waren 550 000. Ein solches Niveau kann man nicht dauerhaft halten – im Gegenteil. Die Besucherzahlen sind auf ein Zehntel zurückgegangen. Das ist aber verständlich, denn die Menschen waren ja gerade erst alle hier. Deshalb mussten wir uns ganz neu erfinden. Grundlage für den jetzigen Erfolg ist, dass wir den Park weiterentwickelt haben. Mit viel Inspiration und Information für die Gäste sowie als kulturellen Ort mit vielfältigen Bildungsangeboten und hohem touristischem Service.
Warum denken Sie, dass die Nachfrage so groß ist?
WandscherDafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist ganz klar der Park selbst. Für viele Besucher ist ein Aufenthalt wie ein Urlaubstag, an dem man etwas Neues entdecken kann und gleichzeitig wunderbar entschleunigt. Darüber hinaus ist das Thema Garten mehr in Mode denn je.Wichtig dafür, dass Besucher sich bei uns so wohl fühlen, ist aber auch, dass wir den Service und den persönlichen Kontakt ganz groß schreiben. Außerdem gibt es einmalige Spielplätze, ein gutes gastronomisches Angebot und man schafft es, die Anlage an einem Tag zu erleben. Und dann sind da noch unsere kulturellen Angebote, wie Konzerte oder Lesungen, die nicht nur bei den Besuchern gut ankommen.
Bei wem denn noch?
WandscherBei den Künstlern, die bei uns auftreten. Die kommen wirklich gerne zu uns, weil wir eine außergewöhnliche Atmosphäre haben. Es kommt sogar vor, dass die auf einen Teil ihrer Gage verzichten, um hier aufzutreten. Unsere Bühne im Freien war auch ein großer Vorteil während der Pandemie. Als andere Kultur-Institutionen noch geschlossen bleiben mussten, gab es bei uns schon wieder Veranstaltungen – ganz regelkonform.
Gibt es einen Ort im Park der Gärten, den Sie besonders mögen?
WandscherEigentlich nicht. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hatten wir viele Veränderungen im Park. Diese Entwicklung ist das Schönste für mich.
Apropos Entwicklung: Planen Sie, mit Blick auf die hohen Besucherzahlen, eine Erweiterung des Parks?
WandscherNein, wir wollen den Park nicht erweitern. Wir haben aktuell etwa 200 000 Gäste im Jahr. Das ist ein guter Wert, um wirtschaftlich bestehen zu können und nicht überfrachtet zu sein. Ein Besuch soll sich auch in Zukunft wie ein Urlaubstag anfühlen und nicht wie ein Besuch im Freizeitpark.
Und wie sieht es mit den Sonderveranstaltungen aus?
WandscherDie kommen bei den Gästen richtig gut an. Ein Beispiel ist die Gartenparty. In diesem Jahr haben dabei 5000 Personen den 20. Geburtstag des Parks gefeiert und viel Spaß gehabt. Wir denken allerdings, dass da noch etwas mehr geht und wollen die Veranstaltung im kommenden Jahr noch etwas optimieren. Sehr gut angenommen wird auch die Illumination, die seit einigen Jahren läuft und wegen des Geburtstages noch umfangreicher ausgestaltet wird. Aber auch bei den Sonderveranstaltungen gilt, dass wir es nicht übertreiben wollen und den Fokus eher auf die Weiterentwicklung des bestehenden Angebots richten, statt immer mehr Events zu schaffen.
