Wie fahrradfreundlich ist das Ammerland?

Spitzenplätze in Niedersachsen, Landessieg für Bad Zwischenahn, Rang zwei für Westerstede und Apen! Es kann doch kaum besser sein. Oder? Wie schlecht müssen bei näherer Betrachtung jedoch erst andere vergleichbare Gemeinden in Niedersachsen aufgestellt sein. (...)

Mit der Radwegesituation sieht es im bundesweiten Vergleich eher schlecht aus, auch hier im Ammerland. Im bundesweiten Ranking steht Bad Zwischenahn auf Rang 11 (Gesamtnote 3,21), Westerstede hat sich mit der Gesamtnote 3,4 in seiner Ortsgrößenklasse im Vergleich zu 2020 sogar stark verschlechtert (von Rang 3 auf Rang 24 abgestürzt). Dies bedeutet, dass in anderen vergleichbaren Kommunen viel Positives erreicht worden ist. Und in Westerstede? Gerade erst wurde auf weiteren „Pseudo-Radwegen“ die Benutzungspflicht aufgehoben (Süderstraße, Goethestraße …), was insoweit richtig ist, da diese viel zu schmal sind, zumal für eine Doppelnutzung durch Fußgänger und Radfahrer, oft auch noch in beide Richtungen. Nun steht es Radfahrern „frei“, diese Nebenanlagen mit zu benutzen. Dabei wissen viele nicht, dass sie eigentlich nur Schritttempo fahren dürfen, da Fußgänger absolute Priorität haben und nicht einfach „weggeklingelt“ werden dürfen. Zügiger fahrende Radler sollten daher die Straße benutzen, was allerdings oft Autofahrer ärgert, die diese nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer ansehen. Hier könnten vielleicht entsprechende Hinweisschilder, Piktogramme oder andere Markierungen auf der Straße sowie ein innerörtliches, generelles Tempolimit auf 30 km/h helfen. Generell bleibt noch viel zu tun (...).

Cornelia Kistner Westerstede