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AfD stellt keinen Direktkandidaten auf Wo ist die Alternative fürs Ammerland?

Die AfD: Im Bundestag präsent, im Ammerland abgetaucht.

Die AfD: Im Bundestag präsent, im Ammerland abgetaucht.

dpa

Ammerland - Sie nennt sich „Alternative für Deutschland“. Im Ammerland allerdings drängt sich die AfD nicht wirklich als Alternative auf. Einen Direktkandidaten für die Landtagswahl gibt es nicht im Wahlkreis 72. So war das auch schon vor fünf Jahren. Und auch im Wahlkreis 71 (Rastede/Wesermarsch) ist von der rechten Partei niemand aufgestellt worden.

Zwei Sitze im Kreistag

Während die AfD den Bundes- und den Landtag immer wieder lautstark als Bühne nutzt, findet sie in der Ammerländer Lokalpolitik quasi nicht statt. Zwei Sitze (und damit eine Minifraktion) hat die AfD im Kreistag. Zudem gibt es noch ein Ratsmitglied in Bad Zwischenahn. Politische Arbeit in den anderen Gemeinden? Fehlanzeige. Dort wurden noch nicht einmal Kandidaten für die Kommunalwahl im vergangenen Jahr aufgestellt.

Aber auch die beiden gewählten Vertreter im Kreistag präsentieren sich nicht gerade als Alternative. In der laufenden Legislaturperiode gab es bislang nicht einen einzigen Antrag. Und in sämtlichen Kreistagssitzungen insgesamt nur einen einzigen Wortbeitrag. In allen Fachausschüssen des Kreises meldeten sich die zwei AfD-Vertreter zwar 16 mal zu Wort. Aber auch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Einige Politiker anderen Parteien haben so viele Redebeiträge manchmal in einer einzigen Sitzung.

Vergütung

Gleichstand mit anderen Parteien gibt es nur beim Geld. So erhält ein „normales“ Fraktionsmitglied im Kreis derzeit eine pauschale Aufwandsentschädigung von 305 Euro im Monat. Dazu gibt es eine Fahrtkostenpauschale und ein Leih-Ipad. Hat man im Kreistag besondere Funktionen erhält man mehr Geld. Weil gerade die Arbeit eines Fraktionssprechers im Normalfall sehr umfangreich ist, gibt es einige Hunderter extra. Dasselbe gilt für den Kreisausschuss. Und so kommt eines der beiden AfD-Mitglieder auf 973,87 Euro im Monat. Im Jahr sind das fast 12 000 Euro.

Nun kann man darüber streiten, wie hoch Aufwandsentschädigungen sein sollten. Es gibt aber etliche Kreistagsabgeordnete, deren Arbeitsaufwand durchaus einem Zweitjob gleicht. Ihr Stundenlohn liegt weit unter dem Mindestlohn.

Doch wie sieht die AfD selbst ihre politische Arbeit im Ammerland? „Der Vorstand war die ganze Zeit im Einsatz, allerdings die letzten Monate etwas auf Sparflamme, da unser Schatzmeister nach Bremen verzogen ist, die Schriftführerin in die Schweiz ausgewandert und ein Beisitzer und sowie mein Stellvertreter aus Zeitmangel leider nicht mehr ganz zur Verfügung standen“, sagt Kreisvorsitzende Ute Treber. Mitte Juni habe man auf dem Kreisparteitag nachgewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist jetzt Jonas Labowski. Wie viele Mitglieder der Kreisverband habe? 26, sagt Ute Treber und ergänzt: „Gottseidank, erhalten wir gute Unterstützung auch von außerhalb der Partei, sonst wäre es mit Wahlkampf recht schwierig. In die AfD kann eben nicht jeder offiziell eintreten, der das gern möchte, weil das für ihn existenzbedrohend sein könnte.“

zu spät für Neuwahl

So sei auch der schon parteiintern Mitte Juni gewählte Direktkandidat wieder abgesprungen. „ Da war es dann leider etwas spät für eine Neuwahl. Und der sonst noch infrage kommende Kandidat, hat sich entschlossen, vorerst lieber noch einige Zeit in unserem Kreisverband mitzuwirken, bevor er in die Öffentlichkeit geht. Das ist für uns sehr bedauerlich, aber es ist eben für die AfD nicht einfach Kandidaten zu finden. Nicht jeder möchte im Kreuzfeuer von Anfeindungen stehen und mit tätlichen Angriffen rechnen müssen, die dann möglicherweise auch die Familie treffen“, meint Treber.

Auf dem Wahlzettel wird die AfD trotzdem stehen. Allerdings kann sie nur mit der Zweitstimme bedacht werden. Und sollte es Niedersachsen-weit am 9. Oktober mit der Fünf-Prozent-Hürde klappen, dann würden Politiker von der Landesliste in den Landtag einziehen. Eine Ammerländer Alternative gibt es auf den aussichtsreichsten Plätzen aber nicht.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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