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Nachwirkung der Frauen-Europameisterschaft Ammerländer Fußballvereine hoffen auf EM-Schwung

Haben bei der Europameisterschaft mit tollen Auftritten das Publikum begeistert: die Fußballerinnen der deutschen Nationalmannschaft.

Haben bei der Europameisterschaft mit tollen Auftritten das Publikum begeistert: die Fußballerinnen der deutschen Nationalmannschaft.

Sebastian Gollnow/dpa

Ammerland - Mit tollen Auftritten haben die deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft die Zuschauer begeistert. Die 1:2-Finalniederlage der deutschen Auswahl gegen England sahen durchschnittlich fast 18 Millionen Menschen in Deutschland. Profitieren nun auch die Ammerländer Fußballvereine von der neu entfachten Euphorie um den Frauenfußball?

Weniger Spielerinnen

Die Vereine könnten neue Spielerinnen gut gebrauchen. Seit 2010 ist die Zahl der Spielerinnen und gemeldeten Mädchenmannschaften stetig gesunken. Waren im Fußballkreis Jade-Weser-Hunte in 2010 noch insgesamt 2610 Mädchen in allen Altersklassen am Ball, waren es 2021 nur noch 1733 Aktive. Auch die Zahl der Mannschaften halbierte sich fast in diesem Zeitraum von 93 auf 50 Teams. Dieselben Tendenzen sind auch im Fußballbezirks Weser-Ems zu erkennen. Hier sank die Zahl der Teams im Mädchenbereich von 692 auf 310. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der aktiven Spielerinnen im Fußballkreis wieder von 1733 auf 1843 Aktive.

Gutes Jahr

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir nach dieser EM wieder viele neue Fußballerinnen dazubekommen“, sagt Erik Rosenhöfel, der Abteilungsleiter für den Mädchenfußball bei der SG FriEdA (Friedrichsfehn/Edewecht im Ammerland): „Bis sich eine genaue Aussage treffen lässt, wird es wohl aber noch bis zum Ferienende dauern. Aktuell sind einfach noch viele Mädchen mit ihren Eltern im Urlaub.“ Doch auch schon vor der Frauen-EM erlebte die SG einen regen Zulauf. Gerade im vergangenen Jahr hätten viele Mädchen wieder angefangen, im Verein Fußball zu spielen, weiß Rosenhöfel: „Von kompletten Neueinsteigern bis Mädchen, die zwischenzeitlich aufgehört hatten und nun wieder mitmachen wollen.“ Der Abteilungsleiter kann sich gut vorstellen, dass nach der Corona-Zeit wieder viele Mädchen Lust auf Sport mit ihren Freundinnen bekommen hätten. „Bei uns passiert der Zuwachs immer schubweise. So richtig erklären kann ich mir das auch nicht“, sagt Rosenhöfel. Auch gerade wegen der Zugänge ist die SG für die neue Saison gut aufgestellt. Bei den Mädchen gibt es eine Mannschaft bei den E-, D- und B-Juniorinnen, bei den C-Juniorinnen konnten sogar zwei Mannschaften gemeldet werden. Dazu kommt ein Frauenteam und eine F-Jugend, die gerade im Aufbau ist.

Liga-Auftakt am 26. August

Die neue Saison bei den Fußballerinnen beginnt am 26. August. Nachdem die SG FriEdA in der vergangenen Saison ihr Team aus der Landesliga zurückgezogen hat und die SG am Meer den Klassenerhalt in der Bezirksliga verpasste, ist nun die Kreisliga die höchste Liga mit Ammerländer Beteiligung. Dort treten mit der SG am Meer, der SG Ammerland-West, der SG SchEdammBäke und dem SV Gotano vier Teams aus dem Landkreis an.

Zum Auftakt reist der SV Gotano am 26. August zur SG SW Oldenburg/Huntlosen. Zwei Tage später treffen die SG am Meer und die SG Ammerland-West im direkten Duell aufeinander. Die SG SchEdammBäke tritt beim Post SV Oldenburg II an. In der Zehner-Liga gibt es zwei Auf- und zwei Absteiger.

Ihr erstes Pflichtspiel tragen die Fußballerinnen bereits eine Woche vorher aus. Vom 19. bis 21. August sind die Ammerland-Teams bereits in der ersten Runde des Kreispokals gefordert.

Bei den Juniorinnen beginnt die neue Saison erst am 3. September. Bei den B-Juniorinnen stellen sowohl die SG FriEdA als auch der SVE Wildenloh eine Mannschaft in der Bezirksliga. Der Bezirkspokal-Wettbewerb startet in dieser Altersklasse erst im Oktober. Für die C-Mädchen liegt auf Bezirksebene noch keine Staffeleinteilung vor.

Beharrlichkeit lohnt sich

Gut gerüstet für die neue Saison sieht sich auch die SG am Meer, die sich aus der SG Elmendorf/Gristede, dem TuS Ekern und nun auch dem TuS Ocholt zusammensetzt. Im Mädchenbereich wurden jeweils eine E-, C- und B-Juniorinnen-Mannschaft gemeldet, hinzu kommen gleich zwei Frauenteams. „Die EM hat sicherlich geholfen und wir hoffen darauf, dass wir einen Schub im Mädchenbereich bekommen“, sagt Frank Behrens, der die erste Frauenmannschaft der SG gemeinsam mit Fabian Sylvester trainiert: „Wir müssen uns aber auch darum kümmern, dass die Mädchen den Weg zu uns in den Verein finden.“ Im Frühjahr hatte die SG einen Schnuppertag ausgerichtet und damit zehn neue Fußballerinnen in die Mannschaften integrieren können. Auch in den Schulen möchte sich die SG nun wieder mehr einbringen und Werbung für ihren Sport machen. „Dass die deutsche Nationalmannschaft so tolle Spiele gezeigt hat und das Niveau bei dem Turnier generell sehr hoch war, war tolle Werbung für den Mädchen- und Frauenfußball. Wir hoffen, dass sich dieser Schwung auch bei uns im Verein zeigt“, sagt Behrens.

EM regt Träume an

Auch bei der JSG Westerstede, die sich aus dem FSV Westerstede, TuS Westerloy und der SG Hüllstede zusammensetzt, ist man guter Dinge, dass die Frauen-EM einen großen Einfluss auf die nächste Generation der Fußballerinnen haben wird. „Ich muss selbst sagen, dass ich die letzten EMs und WMs nicht so verfolgt habe. Das war bei dieser EM definitiv anders. So viele Leute haben die Spiele gesehen und auch im Anschluss darüber diskutiert. Das hilft, um auch unsere Jugendarbeit besser publik zu machen“, sagt Imke Heibült, die die A-Juniorinnen der JSG trainiert. So hätten jetzt schon die jüngsten JSG-Spielerinnen im Training davon geträumt, auch bald auf der großen Bühne zu spielen, sagt Heibült. Wie groß der Einfluss letztendlich sein wird, wird sich aber erst nach den Sommerferien zeigen. Dennoch hat man auch in Westerstede gemerkt, dass es zuletzt wieder einen größeren Zulauf bei den Mädchenteams gibt. Vor allem durch die Ferienpassaktion wurden viele Mädchen für den Sport begeistert. „Und die bringen dann ihre Freundinnen mit zum Training“, sagt Heibült. Zudem will die JSG vom 19. bis zum 21. August ein Mädchen-Fußball-Camp organisieren. Trainiert wird dann jeweils von 10 bis 16 Uhr in Westerloy. „Auch da haben wir noch Plätze frei und freuen uns über jedes Mädchen, das mitmachen möchte“, sagt Heibült.

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland
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