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Historisches im Ammerland Geschichtswettbewerb zur NS-Zeit und zum Holocaust

Das ehemalige Lagertor des Konzentrationslagers Buchenwald (Symbolbild): In dem Konzentrationslager bei Weimar – heute gibt es dort eine Gedenkstätte – war auch der Vater des Oldenburgers Adriano Paßquali interniert.

Das ehemalige Lagertor des Konzentrationslagers Buchenwald (Symbolbild): In dem Konzentrationslager bei Weimar – heute gibt es dort eine Gedenkstätte – war auch der Vater des Oldenburgers Adriano Paßquali interniert.

dpa

Ammerland - Die Demokratie stärken, sich gemeinsam an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte erinnern und sich mit anderen dafür einzusetzen, dass es in Deutschland nie wieder eine menschenverachtende Diktatur gibt: Das sind die Ziele eines Geschichtswettbewerbs, den die Kreisvolkshochschule (KVHS) Ammerland ausgelobt hat. „Leben unter dem Hakenkreuz“ heißt das Thema, mit dem sich Jung und Alt beschäftigen sollen. Dabei geht es darum, auf kreative Weise zu verdeutlichen, was wir heute verlieren würden, wenn die Demokratie durch eine Diktatur abgelöst werden würde.

Wer macht mit?

„Mach mit... Fühl dich angesprochen... setz dich auseinander... nimm andere mit auf den Weg... Setz Dich mit dieser Zeit auf deine ganze individuelle Weise auseinander... erzähle die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel, als es das bisher gängige Narrativ tut... Beziehe die Gegenwart mit ein...“ heißt die Aufforderung an alle Generationen. Mitmachen können alle Interessierten ab 16 Jahren. Um der Kreativität der Teilnehmenden möglichst viel Raum zu geben, können die unterschiedlichsten Arbeiten eingereicht werden: Ob es Collagen sind oder Filme, Gedichte oder Fotos, ob man ein Theaterstück erarbeitet, ob man malt oder eine Skulptur entwirft – jeder und jede kann sich auf eigene Weise dem Thema stellen. „In den vergangenen Jahren habe ich stets zusammen mit der Kreisvolkshochschule Ammerland im katholischen Pfarrheim Augustfehn am Holocaustgedenktag am 27. Januar Veranstaltungen organisiert“, sagt Norbert Zwingmann, der den Wettbewerb initiiert hat. „Die Gäste, die sich beteiligten, hatten jedoch ein Durchschnittsalter von 65 plus, die jüngeren Generationen fehlten komplett. Deshalb haben wir nach einer neuen Möglichkeit gesucht, auch Jüngere anzusprechen.“ Ein solcher Wettbewerb sei gerade in Zeiten, in denen die Gewalt gegen Juden und rechtsextremistisches Gedankengut zunehme, eine Möglichkeit, um für die Demokratie ein Zeichen zu setzen.

 

12. Januar Stichtag

Bis zum 12. Januar 2024 sollen die Arbeiten bei der Gemeinde Apen zu Händen von Bürgermeister Matthias Huber eingereicht werden. Huber ist nämlich der Schirmherr des Wettbewerbs. Die Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945) und des Holocaust, des staatlich organisierten Völkermordes an den europäischen Juden, seien zwar nicht einfach, aber die Erinnerung helfe uns zu vergegenwärtigen, was Demokratie bedeute, so der Vreschen-Bokeler.

Der Termin für die Preisverleihung des Geschichtswettbewerbs steht bereits fest: Am Samstag, 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, soll sie von 11 bis 14 Uhr im Peter-Suhrkamp-Foyer in der Augustfehner IGS erfolgen. Alle Teilnehmenden erhalten Preise, ausgelobt sind Geld- und Sachpreise. Ausgewählte Arbeiten werden an diesem Samstag auch vorgestellt.

Familiengeschichte

An der Veranstaltung, zu der auch ein Mittagsimbiss gehört, wird als Gast der Oldenburger Adriano Paßquali teilnehmen. Er wird die Geschichte seiner Familie erzählen, die während des Dritten Reiches verfolgt wurde, und berichten, wie die Grauen der NS-Zeit noch bis heute nachwirken. Adriano Paßqualis Vater Karl saß fünf Jahre lang in den Konzentrationslagern in Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau, wo er schwerste körperliche und seelische Misshandlungen erfuhr. Im April 1945 befand er sich auf einem Todesmarsch in ein weiteres Lager und wurde in letzter Sekunde von den US-Truppen befreit.

Wer Fragen zu dem Wettbewerb hat, kann sich an Initiator Norbert Zwingmann (norbert.zwingmann@web.de) wenden, der in Augustfehn auch die KVHS-Veranstaltungsreihe Politischer Stammtisch organisiert, oder an Jasmin Schwarz von der KVHS Ammerland, Telefonnummer 0157/33273507.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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