Ammerland - Die geplante A 20 ist ein Großprojekt der Bundesregierung – und für die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr „ein wichtiger Baustein zur Erschließung des nordwestdeutschen Raumes. Sie überwindet die räumliche Trennung zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen und lässt die Nord- und Ostseeanrainerstaaten näher zusammenrücken“.
Von der Trasse erhofft man sich eine Förderung der heimischen Wirtschaft und neue Arbeitsplätze. Mit der Realisierung wird, so die Behörde, eine neue durchgängige Fernstraßenverbindung von Skandinavien und dem Baltikum zu den westeuropäischen Staaten geschaffen. „Damit entsteht eine küstenparallele Magistrale zwischen den großen nordwesteuropäischen Häfen und Wirtschaftszentren von den Niederlanden bis zur Ostsee.“
Unklar ist, wie teuer das Vorhaben tatsächlich wird. Im April 2021 wurde bekannt, dass der Neubau der A 20 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein aktuellen Schätzungen der Bundesregierung zufolge rund eine Milliarde Euro teurer wird als bisher genehmigt.
Das ging – unsere Redaktion berichtete – aus einer kleinen Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor. Demnach steigen die Kosten um 23 Prozent: Statt der bisher genehmigten knapp 4,2 Milliarden werden knapp 5,2 Milliarden Euro fällig. Die Autobahn GmbH des Bundes geht laut Antwort der Bundesregierung von noch höheren Kosten aus: Sie berücksichtige in ihren Kosten auch Risikozuschläge, Preis-Indexierungen, Planungskosten und weitere Zuschläge. Eine Studie der A 20-Gegner und des Naturschutzbundes BUND, berechnet mit Preisen von 2019, geht von Kosten von bis zu 5,8 Milliarden Euro aus. Die Angaben seien laut Bundesregierung „nicht nachvollziehbar“.
