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A 20-Demo im Ammerland Durchnässt, aber nicht weniger entschlossen

Erhard Drobinski Nils Cordes
Am Marktplatz in Rastede: Hier schlossen sich Teilnehmer aus dem Ammerland dem Fahrrad-Korso aus Oldenburg an.

Am Marktplatz in Rastede: Hier schlossen sich Teilnehmer aus dem Ammerland dem Fahrrad-Korso aus Oldenburg an.

Ammerland/Bad Zwischenahn - „Ich hätte nicht gedacht, dass doch noch so viele zusammenkommen.“ Ein Polizist, der am Samstag die Fahrraddemonstration gegen den geplanten Bau der A 20 von Bad Zwischenahn Richtung Hahn-Lehmden mit begleitet, ist schon etwas überrascht über die relativ große Gruppe, die sich beim Badepark im Kurort trifft.

Gut 40 zumeist jüngere Frauen und Männer beteiligen sich von hier aus an einer Sternfahrt, die auf Gut Hahn endet, trotz zum Teil heftigem Regen.

Kräftiger Regen

Den ganzen Morgen über hat es kräftig geregnet. Und als sich der Demonstrationszug gegen 10 Uhr auf den Weg machte, wird der Regen noch stärker. Die gut 40 Teilnehmer nehmen dabei nicht nur die Radtour Richtung Hahn-Lehmden in Kauf, sondern auch die Anfahrt zum Treffpunkt.

So kommt Tim Mattis Janssen aus Ofen angeradelt. Er ist schon halb durchnässt, bevor die Tour überhaupt losgeht. Das Anliegen, sich für eine „sozialökologische Verkehrswende“ (so das Motto des bundesweiten Aktionstages) einzusetzen und gegen den Bau der geplanten A 20 zu positionieren, ist stärker als die widrigen Wetterumstände.

Menschen informieren

„Hier werden für eine unsinnige Autobahn Unsummen an Geld investiert, die besser in klimafreundliche Projekte hineingehören. Es werden doch weit mehr als die jetzt genannten 5,2 Milliarden Euro ausgegeben“, begründet er sein Engagement. Die Sternfahrt an diesem Vormittag ist nicht die einzige Aktion gegen den Bau der A 20, an die er sich bisher beteiligte. „Ich bin seit Kurzem auch Mitglied im Bündnis ‚Moor bleibt Moor‘ und habe auch schon das Camp in Garnholt besucht. Ein Großteil der dortigen Anwohner ist gegen den Bau der Autobahn, auch weil sie zum Teil enteignet werden können.“ Die Sternfahrt, die von elf verschiedenen Orten im Ammerland, Oldenburg, Friesland und der Wesermarsch Richtung Gut Hahn (Gemeinde Rastede) startet, hält er für eine gelungene Art, die Bevölkerung darüber zu informieren, was eigentlich passiert.

Zug als Alternative

Henry Renken aus Bad Zwischenahn hat von der Aktion am Samstag in den sozialen Medien gelesen und ist von einer Freundin eingeladen worden, hier mitzumachen. „Für mich ist es die erste Teilnahme an einer Aktion gegen die A 20. Es ist doch wichtig zu zeigen, dass so etwas gerade in der heutigen Zeit nicht in Ordnung ist. Kriegen einige Leute den einsetzenden Klimawandel nicht mit? Der Bau von Autobahnen ist ein Schritt in eine falsche Richtung.“ Grundsätzlich findet er es besser, verstärkt auf Züge umzusteigen, auch was den Containertransport betrifft.

Die Sternfahrt von Bad Zwischenahn aus hat der Edewechter Tom Köster organisiert, der sich bei „Fridays for Future“ engagiert und auch im Bündnis „Moor bleibt Moor“ mitarbeitet. Obwohl er bei der Anmeldung zur Fahrraddemo 100 Teilnehmer angegeben hatte, ist er mit dem Ergebnis am Samstag zufrieden. „Wir wollen zeigen, dass es uns wichtig ist, das 1,5°-Ziel mit einer Verkehrswende zu erreichen, die ökologisch und sozialverträglich für alle Menschen ist. Dazu gehört es auch, die Moore als CO2-Speicher nicht zu zerstören.“

Auf Gut Hahn trafen sich die Teilnehmer aus Bad Zwischenahn dann mit anderen Demonstranten aus dem Ammerland, der Wesermarsch und aus Oldenburg zur Kundgebung. Dort sagte, Michael Bleß aus Friedrichsfehn: „Ich arbeite an einer Schule und habe drei Kinder. Das Geld wäre an vielen Stellen sinnvoller investiert, auch an Schulen. Aber auch für sozial benachteiligte Menschen. Zudem laufen die Kosten aus dem Ruder.“

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