Ammerland - Spiel, Satz und Sieg: Seit diesem Wochenende fliegen wieder die gelben Filzbälle über das Netz – die Punktspielsaison im Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) beginnt. Im TNB starten allerdings lediglich noch knapp 60 Prozent der ursprünglich gemeldeten Mannschaften in die Übergangssaison 2020. Das teilte der Verband jetzt mit.
Die Begegnungen in allen Spiel- und Altersklassen begannen am 13. Juni. Die Saison wird ohne Auf- und Absteiger gespielt. Überdies können Punktspiele mit Doppel stattfinden. Nachdem zunächst das Doppelspiel in Niedersachsen freigegeben worden war, gab auch das Ordnungsamt in Bremen grünes Licht. Der TNB hatte sich mit dem Sportressort im Senat und dem Sportamt in Bremen abgestimmt.
Das sagt der Verband
Gleichwohl: Der Punktspielbetrieb findet in diesem Sommer nur in abgespeckter Form statt. „Die meisten Zurückziehungen von Mannschaften gab es im Seniorenbereich ab 30 Jahre. Bei den Damen und Herren sowie im Jugendbereich ist die Zahl der zurückgezogenen Teams weit geringer“, informiert der TNB-Vizepräsident Jörg Kutkowski. Der Start der Punktspiele der Jugend wurde bereits frühzeitig auf das Ende der Sommerferien verschoben.
Auch aus dem Ammerland machen in dieser Sommersaison nicht alle Tennisteams Gebrauch von ihrem Startrecht. Diese Mannschaften nehmen an den Punktspielen teil:
SVE Wiefelstede: Frauen (Oberliga)
TC Edewecht: Männer (Bezirksklasse und 2. Regionsklasse), Männer 30 (Bezirksliga), Männer 40 (Regionsklasse), Frauen (Regionsklasse), Frauen 30 (2. Regionsklasse), Frauen 40 (2. Regionsklasse)
TuS Ofen: Männer 40 (1. und 2. Regionsklasse)
TuS Petersfehn: Männer 30 (2. Regionsklasse), Frauen 40 (Regionsliga)
TV BW Augustfehn: Männer 40 (Regionsklasse)
TV GW Bad Zwischenahn: Frauen (Bezirksliga)
TV Ocholt: Männer (1. und 2. Regionsklasse)
TV Metjendorf: Männer 30 (Regionsklasse), Männer 40 (Bezirksklasse), Männer 70 (Bezirksklasse)
Westersteder TV: Männer 40 (Bezirksklasse)
Die Zahlen zeigen deutlich auf, wie unterschiedlich in den Vereinen mit der Entscheidung umgegangen wurde. In einigen Vereinen wurden alle Mannschaften abgemeldet. In anderen Clubs wiederum wurde sehr individuell entschieden. Auch im Ammerland gehen die Meinungen in den Vereinen und Mannschaften stark auseinander.
„Wir freuen uns über jede Mannschaft, die am Spielbetrieb teilnimmt“, sagt TNB-Präsident Raik Packeiser. „Natürlich haben wir auch Verständnis für diejenigen, die sich für einen Rückzug entschieden haben. Wir waren abhängig von politischen Vorgaben, deren Veränderungen manchmal zu spät für uns und für frühzeitig abgemeldete Mannschaften kamen.“
Der Rasteder TC: Sie spielen nicht mit
Der mit 300 Mitgliedern zweitgrößte Tennisverein aus dem Ammerland hat alle der ursprünglich zehn der für diese Sommersaison gemeldeten Erwachsenenteams frühzeitig zurückgezogen. „Wir haben im Vorstand einen einstimmigen Beschluss gefasst, keine Mannschaft für diese Sommersaison zu melden“, sagt der Vorsitzende Thomas Papenroth: „Als Vorstand stehen wir schließlich in der Verantwortung für alles, was auf der Tennisanlage passiert.“
Um die Vorgaben für das nötige Hygienekonzept umzusetzen, sei ein zu großer Aufwand nötig, um dabei nicht völlig den Spaß an den Punktspielen zu verlieren, sagt Papenroth. So dürften unter anderem die Spieler nur zu zweit pro Auto zu den Punktspielen anreisen, auf den Tennisanlagen müssen Wege für die Teams vorgegeben werden, um den nötigen Abstand jederzeit einzuhalten. „Unter diesen Rahmenbedingungen geht für uns Vieles verloren, was unseren Sport bei den Punktspielen ausmacht“, betont Papenroth.
Auf einen Sommer ohne Tennis müssen sich die Rasteder jedoch nicht einstellen. Derzeit tragen die Teams häufig vereinsinterne Duelle aus. So würden zum Beispiel die Männer 40 aus der Verbandsliga gegen die Männer 40 aus der Bezirksklasse antreten. „Diese Spiele fördern das Miteinander im Verein immens – im sportlichen und sozialen Bereich“, freut sich Papenroth, dass die Alternative für die Sommersaison so gut ankommt.
Der SVE Wiefelstede: Frauen in Oberliga dabei
Lange hatten die Wiefelstederinnen überlegt. Am Ende entschied sich das klassenhöchste Teams aus dem Ammerland dann aber doch, auch in dieser Saison in der Oberliga an den Start zu gehen. Zum ersten Punktspiel müssen die Wiefelstederinnen am Sonntag, 21. Juni, beim TC BW Papenburg antreten. Nach dem Rückzug des TC RW Neuenhaus stehen insgesamt sechs Partien bis zum 20. September auf dem Programm. Nicht antreten wird hingegen die zweite Frauenmannschaft, die für die Landesliga gemeldet hatte.
„Wir waren zunächst noch skeptisch, weil zum Meldetermin noch viele Dinge offen waren“, sagt Jens Kuhle, der Trainer der Wiefelstederinnen. Mittlerweile, nachdem erlaubt wurde, dass auch Doppel stattfinden dürfen, sind die Ammerländerinnen aber froh über ihre Entscheidung. „So unterscheidet sich diese Spielzeit zumindest im Modus nicht von einer herkömmlichen Saison“, sagt Kuhle.
Für die sechs Partien sehen sich die Wiefelstederinnen, die seit vier Wochen wieder im normalen Trainingsbetrieb sind, gut gerüstet. „Dadurch, dass es es keine Absteiger gibt, können wir viele Dinge ausprobieren. Das kommt unserer jungen Mannschaft extrem entgegen“, glaubt Kuhle, der erneut auf eine in der Spitze sehr junge Mannschaft setzt, die Unterstützung der erfahrenen Spielerinnen erhält.
Der TC Edewecht: Entscheidung liegt bei den Mannschaften
Sieben der ursprünglich elf gemeldeten Teams vertreten in dieser Spielzeit die Farben der Edewechter. „Wir haben die Mannschaften gefragt und die Mehrzahl der Teams wollte starten“, sagt der Edewechter Vorsitzende Mark Gröber. Der Vorteil für den TCE: „Wir haben früh wieder mit dem Trainingsbetrieb angefangen und haben deshalb früh gemerkt, dass wir das Hygienekonzept auch für die Punktspiele gut umsetzen können“, sagt Gröber. Die Männermannschaft will sich hingegen in diesem Sommer verstärkt auf Turniere konzentrieren.
Zudem freut sich Gröber darüber, dass während der Corona-Pandemie viele neue Sportler mit dem Tennisspielen in Edewecht begonnen haben: „Wir haben in der Zeit, als andere Sportarten noch nicht wieder starten durften, viele Anfragen bekommen. Einige sind auch danach bei uns im Verein zum Tennisspielen geblieben.“

