Ammerland - Lange wurde vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie über einen vorzeitigen Beginn der Schulferien diskutiert, das Land Niedersachsen hat sich aber entschieden, dass Eltern ihre Kinder nach eigenem Ermessen für kommenden Montag, Dienstag und Mittwoch von der Schule abmelden können. Welche Folgen hat das an den Schulen im Ammerland und welche Probleme bringt es möglicherweise mit sich?
Viele Abmeldungen
Am Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht seien wider Erwarten relativ viele Schülerinnen und Schüler abgemeldet worden, sagt Schulleiter Klaus Friedrich. Die Abmeldungen seien allerdings sehr unterschiedlich über Klassen und Jahrgänge verteilt. Besonders in den höheren Klassen würden wohl viele Schüler fehlen. Noch stehe gar nicht endgültig fest, wie viele Schüler am Montag erscheinen werden, die Schule habe die Eltern darum gebeten, sich bis spätestens Freitag zu melden, wenn sie ihre Kinder abmelden wollen. Ähnlich ist die Situation an der KGS Rastede. „Manche Klassen werden vollzählig da sein, in manchen nur eine Handvoll Schülerinnen und Schüler“, so Schulleiterin Claudia Berger.
Viel aufwand
Eines der Probleme für die Schulen: An diesem Freitag müssen bereits die Corona-Tests für die kommende Woche und jetzt zumindest teilweise auch für die Woche nach den Schulferien ausgeteilt werden. Dann sollen sich alle Schüler jeden Tag vor dem Unterricht testen. „Wir werden mit den Tests aber durchaus kurz gehalten“, so Friedrich. Als Notlösung bekomme jetzt jeder Schüler fünf Tests mit, so dass in jedem Fall genug Test für den Anfang der Woche nach den Schulferien da sind. Ein weiteres Problem sei die Verteilung der Kolleginnen und Kollegen auf die Klassen. „Wenn aus einer Klasse nur noch drei Schüler zum Unterricht kommen, kann ich den Kollegen besser als Vertretung einsetzen“, sagt Friedrich.
Stoff wiederholen
Die richtige Entscheidung sei es gewesen, so Friedrich, dass die Abmeldung nur für die gesamten drei Tage vor den Ferien möglich sei – und nicht teilweise. Auch die Entscheidung, dass abgemeldete Schüler den versäumten Stoff eigenständig nachholen müssten, sei richtig gewesen. Viel neuen Stoff werden die Klassen an den drei Tagen vor Weihnachten aber ohnehin nicht mehr bekommen. „Das ist eher eine Zeit für Wiederholungen und die Bearbeitung von Förder- und Fordermappen“, so Friedrich.
Zeit für Arbeiten fehlt
Problematisch sei allerdings der Ausfall von Klassenarbeiten. In mehreren Klassen waren für die kommende Woche noch Arbeiten geplant – die hätten jetzt vorgezogen werden müssen. Nach den Ferien sei die Zeit bis zu den Zeugniskonferenzen zu knapp, nur einen Nachschreibetermin hätte man noch untergebracht. „Natürlich sind Klassenarbeiten und Klausuren betroffen“, sagt auch Claudia Berger. „Zu Beginn des Schuljahres konnten/ sollten wir keine schreiben und nun fehlen die Tage in der nächsten Woche ebenfalls.“ Das fänden auch die Schülerinnen und Schüler teilweise gar nicht gut. „Jetzt sind sie vorbereitet und hätten das gern erledigt. So müssen sie in den Weihnachtsferien wieder büffeln!“
Nur wenige Abmeldungen sind bisher bei der Grundschule am Wiesengrund in Bad Zwischenahn angekommen. Schulleiter Philipp Linnnemann nimmt an, dass ein großer Teil der Eltern schlicht auf die Betreuung der jüngeren Kinder angewiesen ist. „Bei uns wird vielleicht ein Viertel der Kinder fehlen“, so Linnemann, ähnlich sehe es an anderen Grundschulen aus. Klassenarbeiten stünden an seiner Schule nicht an – eher die Wiederholung von Lernstoff. Der Betrieb an der Schule werde relativ normal laufen.

