Ammerland - Strommasten, die grau in grau aus einer Wolkendecke ragen, darunter die Worte „Blackout – und dann“: Ein Flugzettel mit diesem Titelbild ist in den vergangenen Wochen in den Ammerländer Briefkästen gelandet.
Was tun bei Stromausfall
Der Inhalt: Hinweise zur Vorsorge und zum richtigen Verhalten bei einem großflächigen und anhaltenden Stromausfall. Nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise war der „Blackout“ ein häufig beschworenes Szenario. Die Anregung, sich für einen solchen Fall – oder eine andere Katastrophenlage – mit Grundnahrungsmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs für einen längeren Zeitraum einzudecken, ist allerdings keine neue Erfindung, Katastrophenschützer raten das schon seit Jahren.
Kritik an Umsetzung
Jetzt haben der Landkreis, die Stadt Westerstede und die Gemeinden diese Tipps auf dem kleinen Flugblatt zusammengefasst und an alle Haushalte verteilen lassen. Nicht bei allen Ammerländern kommt die Umsetzung gut an. Zum einen, weil das Flugblatt nur in Deutscher Sprache verteilt wird. Besonders bei Menschen, die die Sprache und den Kontext nicht richtig erkennen könnten, würden Ängste geschürt, schreibt Anke Philip aus Rastede – sowohl an die NWZ, als auch an Landrätin Karin Harms und den Rasteder Bürgermeister Lars Krause. Viele Menschen könnten annehmen, ein Katastrophenfall würde direkt bevorstehen, meint sie und berichtet von Gesprächspartnern, die Furcht vor einem Krieg mit Russland hätten. Zudem, so ihre Sorge, könnten sich die Menschen zu Hamsterkäufen verleitet fühlten. Warum dieses Flugblatt jetzt verteilt werde, erschließe sich ihr nicht, so Philip.
Frühzeitig informieren
Hintergrund der Aktion, so teilte es der Landkreis auf Nachfrage mit, sei eine gemeinsame Entscheidung von Kreis und Gemeinden aus November 2022 gewesen. Damals war die Energieversorgung nicht vollständig gesichert – wie sie übrigens auch für den kommenden Winter 2023/24 nicht garantiert werden könne. Besonders die Gemeinde Bad Zwischenahn habe den Wunsch gehabt, die Bevölkerung bereits jetzt zu informieren und frühzeitig zur persönlichen Vorsorge anzuregen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) weise explizit darauf hin, dass staatliche Systeme in Notsituationen wie einem Blackout nicht sofort überall sein könnten. Persönliche Vorsorge ermögliche es, sich und anderen vor dem Eintreffen staatlicher Unterstützung zu helfen. „Diese Botschaft übermittelt der Flyer sachlich, nüchtern und pragmatisch“, heißt es vom Landkreis.
Weitere Informationen
Der Kreis weist außerdem darauf hin, dass dieser Flyer nicht losgelöst von anderen Informationen zu sehen sei – so etwa von einem Bericht der NWZ im November 2022 oder von der Verteilung der Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ des BKK, deren Inhalte mit dem Flyer weitgehend deckungsgleich seien. Zudem werde aktuell im Ordnungsamt das Sachgebiet Bevölkerungsschutz verstärkt und es würden ergänzende Maßnahmen vorbereitet.
