Ammerland - Auto-, Lkw- oder auch Motorradfahrer sollten entlang von unübersichtlichen Wald- und Feldrändern die Geschwindigkeit reduzierten, vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sowie bei Nacht und Nebel ist es gefährlich. Ist ein Tier am Straßenrand zu sehen, sollte abgeblendet, gehupt und natürlich gebremst werden. Wichtig: Lenkrad festhalten und keine unkontrollierten Ausweichmanöver, rät der Deutsche Jagdverband. Und: Ein Tier kommt selten allein, mit Nachzüglern sollte immer gerechnet werden.

Vielen Autofahrern ist nicht bewusst, dass beim Zusammenstoß zwischen Auto und Wildtier starke Kräfte auf das Fahrzeug einwirken, wie der Deutsche Jagdverband weiter mitteilt. Die Wucht, mit der ein Rothirsch beispielsweise bei Tempo 60 in die Frontpartie einschlägt, entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten, also fünf Tonnen. Bei einem Wildschwein sind es rund 3,5 Tonnen, was mit einem Nashorn vergleichbar wäre. Trifft der Pkw bei Tempo 60 auf einen Damhirsch, ist man noch bei 2,5 Tonnen, bei einem Rehbock bei 0,8.

Und auch der Bremsweg sollte nicht außer Acht gelassen werden: Bei Tempo 60 ist der Bremsweg zu einem in 60 Metern entfernten Hindernis 35,2 Meter lang, bei Tempo 80 misst er 55,1 Meter, bei 100 Kilometern pro Stunde sind es 79,2, die Aufprallgeschwindigkeit liegt dann laut Jagdverband bei 61,1 Stundenkilometern. Wer mit Tempo 110 unterwegs ist und bremst, kracht mit 79,8 km/h auf den 60 Meter entfernt stehenden Hirsch.

Wenn es bei aller Vorsicht dennoch kracht, dann gilt: Nach dem üblichen Prozedere – Unfallstelle sichern, Warnweste anlegen, Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und gegebenenfalls Menschen erste Hilfe leisten – sollte im Falle von Verletzten der Notruf alarmiert werden. Ansonsten reichen Polizei oder auch Jagdpächter. Aufgrund der Infektionsgefahr dürfen tote Tiere niemals ohne Handschuhe angefasst werden. Zu verletzten, aber noch lebenden Tieren sollte immer Abstand gehalten werden. Und: Geflüchtete Tiere sollten niemals verfolgt, überfahrenes Wild niemals mitgenommen werden, denn das wäre Wilderei und ist strafbar. Für die Versicherung sollten sich Betroffene eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord