Ammerland - Dramatischer Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in der Gemeinde Wiefelstede. Dabei starb ein 93-jähriger Bewohner. Er ist das 65. Todesopfer im Ammerland seit Ausbruch der Pandemie.
Wie der Landkreis am Montagnachmittag mitteilte, wurde über das Wochenende ein Ausbruchgeschehen mit derzeit insgesamt 19 infizierten Personen festgestellt. Davon fallen 18 Infizierte in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises. Ein Mitarbeiter kommt aus einem Nachbarkreis. Drei Testergebnisse stehen noch aus.
117 Personen getestet
Bereits am vergangenen Dienstag waren dem Gesundheitsamt zwei infizierte Personen gemeldet worden – eine Bewohnerin sowie ein Mitarbeiter der Seniorenresidenz. Daraufhin wurde vom Gesundheitsamt am Donnerstag eine Abstrichaktion mit den Bewohnern und Mitarbeitern durchgeführt – insgesamt 117 Kontaktpersonen der beiden Infizierten. Aus diesem Personenkreis waren 90 Prozent bereits im Januar 2021 vollständig geimpft worden. 82 Bewohner und Mitarbeiter hatten erst am 15. Oktober ihre dritte Impfung erhalten. Eine weitere Impfaktion war für den 28. Oktober geplant gewesen, sie wurde nun jedoch vorerst verschoben.
Bewohner isoliert
Alle Bewohner befinden sich zurzeit isoliert auf ihren Zimmern. Weiterhin wurden ein Besuchsverbot und eine tägliche Schnelltestung aller Mitarbeiter und Senioren vom Gesundheitsamt angeordnet. Offenbar wurden sie aber nicht unter Quarantäne gestellt. Kreisweit befinden sich nämlich derzeit nur 23 Personen in der sogenannten Kontaktquarantäne.
Dritte Impfung
Bei dem Todesopfer handelt sich um einen 93-jährigen Bewohner mit schweren Grunderkrankungen. Er war im Januar 2021 voll geimpft worden und hatte erst am 15. Oktober die dritte Impfung erhalten. Es ist anzunehmen, dass noch kein vollständiger Schutz der Auffrischungsimpfung vorlag, so der Landkreis. Wie am Montag mitgeteilt wurde, starb er bereits am Samstag.
Einige der übrigen Infizierten weisen hingegen nur leichte Symptome auf. Schwere Krankheitserscheinungen konnten die Mediziner glücklicherweise nicht feststellen. Nach dem dramatischen Wochenende verlief das Infektionsgeschehen am Montag sehr ruhig. Lediglich einen Fall aus Bad Zwischenahn vermeldete der Landkreis. Die 7-Tagesinzidenz liegt nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts nun bei 46,6. Wiefelstede sticht dabei mit einem Wert von 105,6 heraus, der weitgehend im Zusammenhang mit dem Seniorenheim steht. In Edewecht (48,5) und in Westerstede (43,8) liegt die Inzidenz nahe am Kreisdurchschnitt. Darunter befinden sich Bad Zwischenahn (37,5), Apen (33,6) und Rastede (13,1).
Trotz des Ausbruchs im Seniorenheim ist die Lage im Klinikzentrum in Westerstede unverändert. Dort befindet sich seit Wochen kein einziger Covid-Patient auf der Intensivstation.
