Ammerland - „Die Coronakrise und die damit verbundenen psychischen Belastungen spiegeln sich folgerichtig auch in einer verstärkten Inanspruchnahme des Sorgen- und Krisentelefons vom Landkreis Ammerland wider.“ Diese Bilanz ziehen die Diplom-Pädagogin Monika Rieck und der Diplom-Psychologe Werner Folkers, beide im Team der Familienberatungsstelle.
Viele Anrufe
„Es rufen vermehrt Menschen an, die sich bereits in schwierigen Lebenssituationen befinden und durch die Corona-Regeln noch stärker unter Druck geraten, da der gesunde und entlastende Austausch mit anderen Menschen erschwert ist oder sogar wegfällt, die eigene Einsamkeit noch schwerer und lähmender erlebt wird und kritische Lebenslagen im Zuge dessen noch aussichtsloser erscheinen können. Die lange Dauer dieser Pandemie wird von vielen als sehr zermürbend und schwer aushaltbar empfunden und geschildert, zumal auch persönliche Ressourcen merkbar weniger verfügbar sind und ausgleichende Erlebnisse und Unternehmungen entfallen“, so Monika Rieck. Umso wichtiger sei es, zu seinen Ängsten und Sorgen zu stehen, nicht allein damit zu bleiben und angebotene Möglichkeiten zur Linderung kritischer Situationen oder peinigender Nöte unbedingt für sich in Anspruch zu nehmen. Gespräche am Telefon könnten in vielen Fällen zur Entlastung beitragen und nicht selten Schlimmeres verhindern. „Deshalb nutzen Sie unser Angebot, wenn Sie Hilfe, Unterstützung oder einfach ein offenes Ohr benötigen, auch und erst recht in der uns zurzeit alle betreffenden Coronakrise“, appelliert Werner Folkers an alle Ammerländer.
Rieck und Folkers sind die fachlichen Begleiter des Teams des Sorgen- und Krisentelefons, das aus ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht. Diese sind täglich von 14 bis 22 Uhr kostenfrei unter
Aktuelle Zahlen
Die Corona-Zahlen im Ammerland sind am Mittwoch erneut gestiegen. Zehn Personen, die gesund aus der Quarantäne entlassen wurden, standen 30 Neuinfektionen gegenüber. Insgesamt sind damit aktuell 218 Menschen infiziert. 730 wurden seit Ausbruch der Pandemie gesund entlassen.
Edewecht ist derzeit der Hotspot im Ammerland mit 54 Fällen. Auch bei der 7-Tagesinzidenz liegt die Gemeinde mit 185,3 Fällen (umgerechnet auf 100 000 Einwohner) an der Spitze. Für das ganze Ammerland lag der Wert bei 110,5. Nur noch Wiefelstede (92,8) liegt aktuell unter der 100er-Marke.
