Ammerland - Wie gestaltet sich das Leben der Ammerländer in den Zeiten der Kontaktsperre? Wie bewerten die NWZ-Leser die Situation? Wie ist ihre Sicht der Dinge? Was treibt sie um? Wir haben uns auf unserer Facebook-Seite „NWZ Ammerländer“ umgehört und etliche Leser gaben ein Statement ab.
So etwa Petra Nannen, der es eine Herzensangelegenheit ist, vor allem einmal die älteren Mitmenschen zu loben, deren größte Freude es eigentlich ist, Besuch von Kindern und Enkelkindern zu bekommen, deren Herz aufgeht für etwas Zeit, die man ihnen schenkt. „Ich arbeite in einem Wohnpark für Senioren. Die größte Sorge, die meine Kollegen und ich haben, ist, dass wir den Virus da reinschleppen.“
Das Team leiste gute Arbeit und versuche, alle so gut es geht zu schützen. „Leider sehen wir jeden Tag die Traurigkeit der Bewohner, die Sorge, dass sie ihre Kinder und Enkelkinder nicht wiedersehen.“ Trösten gehe nur noch mit Blicken und Worten, obwohl man sie so gerne in den Arm nehmen würde. Gleichzeitig, so wird aus ihrem Statement deutlich, müssten die Betreuer ja auch die Pflege der Bewohner vernünftig meistern.
„Wir laufen wie ein Uhrwerk, auch wenn wir selbst privat eigene Sorgen haben.“ Dass man selbst krank werden könnte, verdränge man und erscheine einem gar nicht so wichtig. Dass man nach der Arbeit zuhause sitze, sei das kleinste Übel und kein Problem, das man nicht durchstehen könne. Wer sich nicht zu beschäftigen wisse, der habe keine Fantasie.
Mit einem kurzen Aufruf reagiert derweil Sabine Kreyenborg auf die Umfrage der NWZ: „Das Virus kann sich nur weiter verbreiten, wenn es einen Wirt hat. Hungern wir es doch bitte aus!“
Ähnlich sieht es Nils Schuder: „Ich denke, dass das Kontaktverbot der einzige logische und längst überfällige Schritt ist, um diese tödliche Bedrohung einzudämmen. Nur durch das Unterbinden der persönlichen sozialen Kontakte lassen sich die Infektionsketten wirkungsvoll unterbrechen. Ich hoffe nur, dass es nun auch die Letzten verstanden haben, dass Corona eben nicht nur Alte und Schwache betrifft, sondern uns alle bedroht.“
Sabine Herzke teilte mit: „Kein Chor mehr. Da ich allein lebe, habe ich keinen persönlichen Kontakt mehr zu Familie oder Freunden, die mir sehr fehlen. Ansonsten lebe ich die Einschränkungen gerade sowieso. Lange Arbeitstage, da reichen mir nach Feierabend ein Abstecher zum Supermarkt und ein Spaziergang allein!“
Sabrina Schröder und ihre Familie nutzen die Zeit für eine kleine Auszeit. Was jetzt nicht gehe, werde später nachgeholt. „Ist eben so und die Hunde freuen sich.“ Und Nicole Bruns freut sich einfach über ihren Garten, „wo einiges zu tun ist. Also von Langeweile keine Spur.“
