Ammerland/Edewecht - Für viel Ärger haben angebliche Corona-Verstöße bei einer Einschulungsfeier an der Edewechter Grundschule gesorgt. Nachdem ein Familienvater einige Tage später positiv getestet worden war – nachdem ein Test direkt vor der Feier negativ ausfiel –, hatte der Landkreis Ammerland die Schule heftig kritisiert und von einem „massiven Verstoß gegen die Corona-Verordnung“ gesprochen. Inzwischen wurden die Schüler getestet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Wie ist die Corona-Situation an der Grundschule ?
Vom „unüberschaubaren Infektionsgeschehen“, wie der Landkreis schreibt, ist bisher nichts zu sehen: „Seit Mittwochnachmittag ist für nahezu alle getesteten Menschen die Quarantäne aufgehoben, da die Testergebnisse negativ ausgefallen sind. Zwei Familien wurden nachgetestet, die Ergebnisse stehen noch aus und werden für Freitag erwartet“, sagte Schulleiter Christian Pagels auf Anfrage unserer Redaktion.
Am Montag waren alle betroffenen Kinder an der Grundschule mittels PCR-Test auf eine Corona-Infektion überprüft worden. 80 Kinder und 13 ungeimpfte Erwachsene mussten zuvor in Quarantäne.
Was hat der Landkreis der Schule vorgeworfen ?
Laut Landkreis sei die Einschulungsfeier nicht gemäß der geltenden Regeln durchgeführt worden. „Dass an der Grundschule Edewecht eine Einschulungsfeier für alle Klassen und darüber hinaus noch ohne Einhaltung von Masken- und Abstandspflicht stattgefunden hat, ist ein massiver Verstoß gegen die Corona-Verordnung“, wurde Landrat Jörg Bensberg zitiert. Da sich die Kontakte kaum hätten eingrenzen lassen, habe das Corona-Team des Gesundheitsamtes alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.
Wie reagierten Eltern und Schulleitung darauf ?
Mehr als 50 Eltern hatten sich daraufhin mit einem Brief an den Landkreis Ammerland gewandt, in dem sie die Situation während der Einschulungsfeiern anders darstellen. So habe es nicht eine gemeinsame Feier für alle Klassen gegeben, sondern zwei separate für jeweils zwei Klassen. „Unsere Grundschule hat alles Erdenkliche getan, um uns und unseren Kindern einen schönen Einschulungstag zu bereiten und das unter allen angeordneten Hygienemaßnahmen“, heißt es in dem Brief.
Auch Schulleiter Pagels hatte im Gespräch mit unserer Redaktion bekräftigt: „Es wurde kein Fehler gemacht. Von Familienseite wurde alles richtig gemacht – und auch wir haben die Regeln eingehalten.“ Beim Eingang hätten alle Eltern Masken tragen müssen, erst am Platz in der Turnhalle seien diese abgenommen worden. Zwischen den Stühlen habe ein Abstand von 1,50 Metern bestanden, nur die Familienverbände hätten zusammengesessen.
Wie werden die Kinder in Quarantäne unterrichtet ?
Nur wenige Tage waren die Erstklässler in der Schule, dann mussten sie in Quarantäne. Unsere Redaktion wollte wissen, wie die Schüler zu Hause lernen können. Darauf antwortete Schulleiter Pagels: „Alle Schülerinnen und Schüler der Grundschule Edewecht, die in Quarantäne waren, wurden bei der Testung am Montag mit Übungs- und Lernmaterial durch die Lehrkräfte versorgt.“ Dafür hätten die Lehrer Material für alle Kinder auf getrennten, ausgeschilderten Tischen beim Ausgang nach der Testung bereitgelegt.
Wer zahlt für einen Verdienstausfall der Eltern ?
Die Eltern bekommen als Erziehungsberechtigte einen Quarantänebescheid für das Kind, so der Landkreis. Dieser kann auch dem Arbeitgeber vorgelegt werden. Eine Abrechnung erfolgt dann über das Jobcenter. Wie lange die Eltern letztendlich auf das Geld warten müssen, ist nicht bekannt.
