AMMERLAND - Notfälle wurden behandelt. In Rastede erklärten die Ärzte bei einem Treffen im Café ihren Standpunkt.
von wolfgang müller
AMMERLAND - „Nicht viel mehr Patienten als sonst“ verzeichnete gestern morgen die Praxis Dr. Gudrun Kirsten in Wiefelstede – eine der fünf Arztpraxen, die gestern für den Notfall geöffnet hatten; alle anderen Ärzte hatten sich am bundesweiten Protest gegen Bürokratie und andere Hemmnisse beteiligt.„Ganz offensichtlich haben sich die Patienten auf den gestrigen Tag eingerichtet“, hieß es bei Dr. Martin Mersmann in Bad Zwischenahn. Patienten auch aus anderen Praxen waren dort, aber es handelte sich ausschließlich um Notfälle.
Ebenso verhielt es sich in der Praxis Dr. Oey in Rastede: etwa 20 Patienten mit akuten Beschwerden kamen – die meisten gehörten nicht zum eigenen Patientenstamm.
In Rastede trafen sich die Ärzte – Allgemeinmediziner und Fachärzte – die nicht zum Protest nach Berlin gefahren waren, ihre Praxen aber aus Solidarität gestern ebenfalls geschlossen hielten, im Schlosscafé. Sie bekräftigten ihren Standpunkt: „Es geht uns nicht um die Höhe der Honorare, sondern vorrangig um das Wohl der Patienten“, erklärte Dr. Peter Streckenbach vom „Ärzteforum Rastede/Wiefelstede“.
Die Praxen müssten von der Bürokratie entlastet werden, forderte der Arzt. Der Verwaltungsaufwand müsse geringer sein, um den Patienten mehr Zeit widmen zu können. Weiter kritisierte er, dass „der Arzt bestraft wird, wenn er gute Arzneimittel verschreibt“. Hier dürfe nicht auf Kosten der Patienten gespart werden.
Dr. Streckenbach weiß aus vielen Gesprächen, „dass die Patienten hinter uns stehen“.
