Ammerland - Mehrere hundert Menschen in der Aula, Schülerinnen und Schüler, die ihr Zeugnis entgegennehmen, Händeschütteln, Gesangseinlagen und andere Auftritte – all das gehört zu feierlichen Zeugnisübergaben dazu. Normalerweise. Doch in Corona-Zeiten fallen auch Abschlussfeiern anders aus als üblich. Die NWZ hat nachgefragt, wie die Schulen im Ammerland die Zeugnisübergaben planen.
BBS Ammerland
An den Berufsbildenden Schulen Ammerland in Bad Zwischenahn sind in allen Abschlussklassen interne Entlassfeiern geplant. „Dabei werden wir keine externen Besucher zulassen, bleiben also unter uns“, sagt Schulleiterin Wilma Eberlei. „Die Verabschiedung erfolgt in den Konferenzräumen, die groß genug sind, um eine gesamte Klasse unter Beibehaltung der Abstandsregeln aufzunehmen.“
In Niedersachsen sind unter bestimmten Voraussetzungen seit dem 22. Juni wieder feierliche Zeugnisübergaben, Einschulungs- und Begrüßungsfeiern erlaubt.
Bei der Zeugnisübergabe sowie bei Einschulungs- und Begrüßungsfeiern dürfen höchstens 250 Personen teilnehmen. In geschlossenen Räumen besteht Maskenpflicht, zudem muss eine gute Belüftung sichergestellt sein. Gesangseinlagen oder Orchesterauftritte sind nicht gestattet, instrumentale Musikbeiträge oder abgespielte Musik schon.
Das Kultusministerium empfiehlt, Feiern im Freien zu veranstalten. Auch hier dürfen höchstens 250 Menschen teilnehmen. Es gelten die aktuellen Abstandsregelungen, außerdem müssen die Daten erhoben, drei Wochen aufbewahrt und nach spätestens einem Monat gelöscht werden.
Rund 240 Schülerinnen und Schüler verlassen in den Vollzeitschulformen (Berufs- oder höherer Abschluss) in diesem Jahr die BBS. Normalerweise gebe es zum Schuljahresende eine große Veranstaltung in der Aula, sagt Eberlei. „Alle sitzen nebeneinander, es gibt Gesang, Sketche und Aufführungen. Das entfällt alles.“ Stattdessen planen die Klassenlehrkräfte und die Abteilungsleitungen die kleinen Feiern.
OBS/IGS Augustfehn
Auch an der Oberschule/Integrierten Gesamtschule Augustfehn gibt es normalerweise eine große Abschlussfeier mit vielen Gästen, Musik und mit einer Ansprache des Bürgermeisters. Für die diesjährigen 106 Abschlussschülerinnen und -schüler gilt dies leider nicht. „Das werden wir so nicht durchführen können“, sagt Roland Knade, stellvertretender Schulleiter.
Stattdessen überlege das Kollegium, wie dennoch eine feierliche Zeugnisausgabe gestaltet wird. „Etwas Nettes in Gruppen, wenn das Wetter gut ist, vielleicht draußen“, so die ersten Überlegungen. Denn die niedersächsischen Hygieneregelungen gelten weiterhin.
KGS Rastede
An der Kooperativen Gesamtschule Rastede laufen noch die Planungen. Den Abschluss machen in diesem Jahr 170 Schülerinnen und Schüler.
OBS Bad Zwischenahn
An der Oberschule Bad Zwischenahn machen in diesem Jahr rund 150 Jugendliche ihren Abschluss. Die Zeugnisübergabe findet draußen statt, jeweils ein Elternteil darf mitkommen. „Die Zeugnisse liegen auf einem Tisch“, erklärt Schulleiter Jürgen Boy. Eingeteilt nach Klassen, stellen sich die Jugendlichen mit Abstand in Reihen auf, werden aufgerufen und nehmen sich die Zeugnisse selbst.
GOBS Friedrichsfehn
Sieben Jugendliche verlassen die Grund- und Oberschule Friedrichsfehn nach der neunten, 40 nach der zehnten Klasse. Buffet, Gesangs- oder Theatereinlagen – alles, was sonst zur Verabschiedung gehört, fällt in diesem Jahr fällt aus. „Dafür werden von Lehrkräften Videos vorbereitet, damit dennoch eine würdigende Verabschiedung stattfindet“, sagt Schulleiter Holger Jäckel.
Die Jugendlichen holen sich ihre Zeugnisse von einem Tisch. Die Zahl der Gäste pro Haushalt ist auf maximal zwei begrenzt. „Eine große Abschlussfeier in Form eines Balls oder einer gemeinsamen Feier ist nicht geplant.“ Die große Sporthalle wird „dennoch liebevoll dekoriert“, betont Jäckel. Im Anschlusswerde jedoch werde ein Sektempfang der Elternschaft im Freien organisiert, unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.
Auch wenn diese Art der Entlassung „mehr als bedauerlich“ sei: Alle bemühten sich, anhand liebevoll geplanter Details, den Schülerinnen und Schülern einen Abschied zu bereiten, den sie verdienen. „Auch, wenn wir Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule zum Teil zehn Jahre lang besucht haben, nicht in den Arm nehmen dürfen, so bin ich mir sicher, dass sie wissen, dass ihr Abschied uns auch ein weinendes Auge bereitet und sie uns fehlen werden.“
OBS Edewecht
Bei den Abschlussfeiern an der Oberschule Edewecht waren in den vergangenen Jahren in der Regel mehr als 400 Gäste aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis dabei. Daher hat sich die Oberschule gegen eine zentrale, große Abschlussfeier entschieden, teilt Schulleiter Peter Röben mit. Stattdessen plane das Kollegium feierliche Zeugnisübergaben für die 107 Abschlussschülerinnen und -schüler in den Klassenverbänden.
Normalerweise kümmert sich eine Gruppe um die Vorbereitungen und plant Sketche, Theateraufführungen und ähnliches. Damit dies nicht „verpufft“, arbeiten die Mitglieder an Videos für die Abschlussfeiern. „Auch die Lehrkräfte haben was Spannendes vorbereitet.“
Robert-Dannemann-Schule Westerstede
„Die Robert-Dannemann-Schule ist bezüglich der Abschlussfeierlichkeiten noch mitten in der Planung“, teilt Schulleiter Harm-Frerich Saathoff mit. Rund 160 Jugendliche machen ihren Abschluss.
OBS Wiefelstede
„Nach wie vor gelten die Abstandsregelungen, nach wie vor gilt der niedersächsische Rahmenhygieneplan“, betont Jutta Klages, Oberschuldirektorin an der Oberschule Wiefelstede. Um nicht vom Wetter abhängig zu sein, ist eine Feier in der Mensa geplant, allerdings ohne Eltern. Ein paar Überraschungen soll es für die Jugendlichen geben. Aber: „Kein Gesang, keine Live-Musik“, sagt Klages.
Stattdessen werden die insgesamt 120 Abschlussschülerinnen und -schüler klassenweise nacheinander verabschiedet. Denn die Zeugnisse einfach nur zuschicken – das kommt für Klages und das Kollegium nicht in Frage.
