Ammerland - Bis Ende Oktober war die Tischtenniswelt im Ammerland noch halbwegs in Ordnung. Die Saison hatte unter einem veränderten Modus begonnen, die Teams hatten die ersten Punktspiele absolviert und konnten unter Beachtung der Hygienevorschriften trainieren. Doch der erste Lockdown hatte das zarte Pflänzchen an Normalität schon ausgebremst. Zum 30. Oktober wurde die Saison abrupt unterbrochen und auch der Trainingsbetrieb war von einem auf den anderen Tag eingestellt. Seitdem müssen die Tischtennisspieler abwarten.
Wie soll die Saison nun weitergehen ?
Kann die Saison wieder aufgenommen werden? Bleiben die absolvierten Punktspiele in der Wertung? Was ist mit Auf- und Abstiegsregelungen? Die Aktiven hatten zuletzt viele Fragen. Der Tischtennisverband Niedersachsen (TTVN) schaffte Anfang November zumindest ein wenig Klarheit. Selbst wenn der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden könnte, wird bis zum 12. Februar 2021 kein Punktspiel mehr ausgetragen, teilte der TTVN mit. Der unter der Woche verlängerte Lockdown bis Ende Januar hat diese Frist weiter nach hinten verschoben. Die Saison zum jetzigen Zeitpunkt abzubrechen sieht der TTV nicht als Lösung an.
Mit welchen Regeln könnte die Saison weitergehen ?
Bei Wiederaufnahme der Punktspiele würde eine sogenannte „Einfachrunde“ gespielt werden, der gewohnte Modus mit Hin- und Rückspielen entfällt also. Dafür bleibt das bisherige Spielsystem erhalten, wonach keine Doppelpartien stattfinden und alle Einzel bis zum Ende durchgespielt werden. „Wir gehen davon aus, dass die Aussetzung des Spielbetriebs bis in den März hinein verlängert werden wird. Unser Ziel ist es, den Spielbetrieb im Frühjahr wieder aufzunehmen. Eine Entscheidung darüber wird jedoch erst Anfang Februar getroffen werden können. Erst dann macht es Sinn, neue Spieltermine zu vereinbaren.“, teilte der TTVN mit.
Wie schätzen die Spieler die Situation ein ?
Generell ist für die Ammerländer Tischtennis-Spieler die Unterbrechung der Saison die richtige Entscheidung. „Die Corona-Pandemie hat für viele Menschen erhebliche gesundheitliche und finanzielle Einschränkungen. Da muss der Sport hinten anstehen“, betont Jens Holthusen vom SVE Wiefelstede.
Zustimmung erhält er von Daniel Sparding von der TSG Westerstede: „Eine Unterbrechung für die Wintermonate war aufgrund der steigenden Infektionszahlen zwingend notwendig.“ Sparding hofft jedoch darauf, dass die Spieler bald an die Platten zurückkehren können: „Tischtennis gilt nicht als Kontaktsportart. Daher hoffe ich, dass wir wieder vorne mit dabei sind, wenn es Lockerungen im Amateursport gibt.“
Welche Probleme könnte es geben ?
„Ohne einen ordentlichen Rahmenterminplan ist die Fortsetzung der Saison eine Katastrophe“, sagt Sparding: „Das Problem ist, dass es Stand jetzt keine gleiche Anzahl an Spielen gibt.“ So hätten die Westersteder in der Bezirksliga bereits acht Partien absolviert, Liga-Konkurrent FC Rastede hingegen erst drei. So dürfte die Terminfindung für Nachholspiele schwierig werden. Jörg Waschitschek vom SSV Gristede wirft zudem die Frage der Bewertung der Auf- und Absteiger in den Raum: „Am Ende dieser wenig aussagekräftigen Saison sollte es keine Auf- und Absteiger geben. Sozusagen eine Trainingssaison unter Wettkampfbedingungen.“
Eric Bruns vom SSV Jeddeloh sieht die Probleme momentan vor allem im fehlenden Trainingsbetrieb: „Wir haben viele junge Spieler, die gerne – natürlich unter den erforderlichen Corona-Maßnahmen – trainieren wollen, es aber leider nicht dürfen.“
Wie sind die Spieler mit dem System zufrieden ?
In der Einfachrunde sehen die Ammerländer die beste Lösung. Max Schulz vom TuS Rostrup wirft noch eine weitere Idee in den Raum: „Ich würde die Einfachrunde komplett neu beginnen lassen. So hätten alle Mannschaften die Möglichkeit, nochmal dieselbe Anzahl an Spielen unter gleichen Voraussetzungen zu spielen – am liebsten auch mit Doppel. Wenn kein Doppel gespielt werden kann, fände ich es gut, dass alle Einzel gespielt werden.“
