Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Tischtennis Verband bricht aktuelle Spielzeit ab

Geert Addicks

Ammerland - Jetzt ist es auch für die Ammerländer Tischtennisspieler so gekommen, wie es im Grunde genommen auch nicht mehr anders möglich war: Die aktuelle Saison, die eigentlich noch gar nicht richtig begonnen hatte, ist mit sofortiger Wirkung abgebrochen worden.

Wie wird die aktuelle Saison gewertet ?

Die Saison wird annulliert und für ungültig erklärt. Es gibt keinen Aufsteiger, keinen Absteiger, keine Relegation und keine zurückgezogenen Mannschaften. Das entschied das Präsidium des Tischtennisverbandes Niedersachsen (TTVN) in einer Videokonferenz. Anfang des Monats hatte sich das Präsidium mit den Vorsitzenden der Kreis-, Regions- und Bezirksverbände ausgetauscht. Dabei sprach sich eine überwältigende Mehrheit für einen umgehenden Abbruch der Saison aus.

die Altersklassen

Ausnahmen für den Saisonabbruch stellt der TTVN für die Nachwuchsspielklassen, bei denen es sich in der Regel um reine Meldeligen (ohne Auf- und Abstieg) handelt, und den Seniorenspielbetrieb, der an zwei Blockspieltagen abgewickelt wird, in Aussicht. In beiden Altersgruppen besteht aufgrund kleinerer Gruppengrößen die Hoffnung auf eine Austragung aller noch offenen Spiele. Die dazu erforderlichen Entscheidungen werden Anfang April getroffen. Bis dahin wird in den beiden Altersgruppen die Unterbrechung des Punktspielbetriebs zunächst fortgesetzt, teilt der TTVN mit.

Für diese Entscheidung hat Daniel Sparding von der TSG Westerstede wenig Verständnis: „Es ist mir völlig unverständlich, wie der TTVN jeglichen Spielbetrieb in den Erwachsenenspielklassen abbricht, aber mit einer Risikogruppe (Senioren) eine Verlängerung erwägt. Es stellt sich mir die Frage, warum eine Fortsetzung nur für diese Gruppierungen zu einem späteren Zeitpunkt hinein erwogen wird und nicht für alle.“

Wie bewertet der Kreisverband die Lage ?

Der Vorsitzende des Tischtennis-Kreisverbands Ammerland, Ralf Kobbe, stimmte für den Saisonabbruch: „Die Zeit wurde einfach zu knapp, um insbesondere auch in den unteren Ligen einen geordneten Saisonabschluss bis Ende April gewährleisten zu können.“

Probleme sieht Kobbe auch bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs. „Die kommunalen Sporthallen sind bereits seit Ende Oktober komplett für den Sportbetrieb gesperrt, so dass selbst ein Trainingsbetrieb nicht möglich war und nach wie vor auch ist. Dies müsste zunächst gewährleistet werden, bevor es überhaupt wieder zu Wettkämpfen kommen könnte“, betont Kobbe.

Wie bewerten die Vereine den Abbruch ?

Jannis von Waaden vom FC Rastede sieht den Abbruch als richtige Lösung an: „In der aktuellen Situation mit hohen Fallzahlen ist es wohl die einzig richtige Entscheidung gewesen, die laufende Saison abzubrechen. Auch wenn es sehr weh tut, muss man die Lage ernst nehmen. Wir vom FC Rastede haben mit einem sehr guten Hygienekonzept alles dafür getan, damit sich sowohl unsere, als auch die gegnerischen Mannschaften sicher und wohl gefühlt haben. Trotzdem ist diese Entscheidung jetzt so gefallen und wir müssen sie hinnehmen und akzeptieren.“

Ein wenig anders sieht es Daniel Sparding von der TSG Westerstede: „Es ist bitter, so ausgebremst zu werden. Immerhin hatten wir schon acht der elf Hinrundenpartien ausgetragen.“ Er ärgert sich über die schlechte Rahmenterminplanung und Gestaltungsmöglichkeiten, die Verband, Bezirk und Kreis zulassen. Dadurch entstehe ein verzerrtes Bild in den Ligen. So hätten andere Mannschaften in der Bezirksliga zum Beispiel erst zwei Partien ausgetragen.

Wie geht es nun bis zum Herbst weiter ?

Kobbe hofft darauf, den Vereinen vor dem Saisonstart im Herbst eine Perspektive aufzeigen zu können. „Ziel muss es jetzt sein, im Frühjahr die Strukturen langsam wieder aufzubauen und zu einem geordneten Training zurück zu finden, um dann gegebenenfalls die vom TTVN angedeuteten alternative Wettkampfformen im Sommer für die Sportlerinnen und Sportler anbieten zu können.“

Auch von Waaden hofft, mit seinem Mitspielern bald wieder ins Training einsteigen zu können: „Wir können jetzt nur hoffen, dass die Zahlen weiter sinken und wir wieder in die Hallen dürfen.“ Sparding macht sich vor allem Sorgen um die Zukunft des Tischtennissports: „Was wird aus kleineren Vereinen? Geht das Vereins- und Mannschaftssterben weiter und verliert der Tischtennissport weitere Anhänger? Ebenso bleibt abzuwarten, wie viele Kinder den Weg zurück in die Hallen finden werden. Für mich ist eine Interessenverlagerung des Nachwuchses nach der Pandemie durchaus denkbar.“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Feilen am Plan für die neue Saison: Sebastian Schachten (rechts) und Fuat Kilic

WIE GEHT ES BEIM VFB OLDENBURG WEITER? Das sagt Sportleiter Schachten zu Abgängen und Kaderplan

Lars Blancke
Oldenburg
Wird als erste Zeugin im Untersuchungsausschuss angehört: Finanz-Staatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne)

SITZUNG MEHRFACH UNTERBROCHEN Untersuchung zur Beförderung in Weils Staatskanzlei beginnt mit Eklat

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Meinung
Am 3. Mai ist Tag der Pressefreiheit.

TAG DER PRESSEFREIHEIT Vom Glück, in einem freien Land zu leben

Ulrich Schönborn
Oldenburg
Auf Borkum wurden Ende April rund 20 Säcke mit bislang unbekanntem Inhalt angeschwemmt.

WAS WURDE ANGESCHWEMMT? Borkumer Drogenfund bleibt ein Rätsel

Axel Pries
Borkum
Symbolbild

UNFALL IN OLDENBURG Angetrunkener Radfahrer von Auto erfasst – schwer verletzt

Oldenburg