Ammerland - Eine Versorgungslücke zu schließen, dieses Ziel hat sich das Team des Demenzstützpunktes Ammerland & Umgebung gesetzt und bietet daher Betroffenen und Angehörigen Information und Begleitung an. Die Beratungsstelle befindet sich im Plexxonhaus, Zum Orchideenkamp 1, in Westerstede, Tel. 04488/5208885. Die Plexxon Management GmbH hat es sich als gemeinnützige Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, die gesundheitliche Versorgung kranker Menschen im Ammerland und Umgebung zu verbessern.
In dem Anfang vorigen Jahres gegründeten Demenzstützpunkt können sich Interessierte Rat holen, es werden aber auch passende Unterstützungsangebote vermittelt – zum Beispiel Bewegungs- und Kognitionsgruppen oder auch Tagespflege.
Große Ängste
Die Diagnose Demenz trifft viele Patienten unvorbereitet und ist mit großen Ängsten verbunden, so die Erfahrung der Plexxon-Geschäftsführer Dr. oec. Andreas Rühle und Dr. med. Matthias Kreft. Hier möchte der Demenzstützpunkt Ammerland & Umgebung mit Aufklärung und Begleitung helfen. Der erste Ansprechpartner ist häufig der Hausarzt oder die Hausärztin. Nicole Tesch vom Demenzstützpunkt hatte daher die Idee, eine „Vergiss mein nicht“-Box zu entwickeln. Diese soll jetzt über die Arztpraxen an Betroffene und ihre Angehörigen verteilt werden, kann aber auch direkt angefordert werden. Der Karton enthält wichtige Informationen zur Krankheit und ihrem Verlauf, Handlungsempfehlungen, Listen mit Ansprechpartnern, Tipps für Angehörige, Karten mit Bewegungsübungen, eine Notfalldose mit wichtigen Informationen, eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sowie Schreibutensilien. Ermöglicht wird das Angebot durch Fördergelder und Spenden. Unter anderem unterstützt die Volksbank Westerstede das Projekt mit 4000 Euro. In einer ersten Auflage werden 1500 „Vergiss mein nicht“-Boxen ausgegeben.
Rettungsanker
„Es soll ein erster Rettungsanker sein und auch die Hausärzte entlasten“, erklärt Nicole Tesch. Denn in der Sprechstunde könnten nicht alle Fragen beantwortet werden. Wichtig sei auch, zur weiteren Abklärung der Krankheit und ihrer Ausprägung einen Facharzt aufzusuchen, betont sie. Die in der Box enthaltenen Informationen könnten Betroffenen und ihren Familien jedoch eine erste Orientierung und Sicherheit bieten.
Ansprechpartner
Wichtig sei aber auch das Gespräch. Der Demenzstützpunkt in Westerstede bietet Beratung an, vor Ort oder auch zu Hause. Dabei wissen Nicole Tesch und ihre Kolleginnen Rebekka Macke-Book und Heike Brunken, dass es sich bei Demenz um ein Tabuthema handelt, über das nicht gern gesprochen wird. „Viele ziehen sich zurück und verlieren ihr soziales Umfeld. Viele brauchen auch länger, um sich einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen“, sagt Nicole Tesch. Der Redebedarf sei dann aber hoch, ebenso der Unterstützungsbedarf.
Das Team des Demenzstützpunktes will helfen und nennt mögliche Ansprechpartner sowie Betreuungs- und Pflegeangebote. Das Spektrum reicht von der einfachen Weitergabe von Informationen bis hin zur organisatorischen Unterstützung, etwa bei Anträgen an die Pflegekasse oder der Vermittlung von Ehrenamtlichen.
Um ein niedrigschwelliges Beratungsangebot zu schaffen, sollen nach und nach in allen Ammerland-Gemeinden Sprechstunden eingerichtet werden. In Bad Zwischenahn gibt es das bereits: an jedem ersten Dienstag im Monat, 10 bis 12 Uhr, im Haus Brandstätter. Weitere Angebote folgen.
