Apen - „Seniorenarbeit beinhaltet weit mehr als einen Seniorenbeirat einzurichten und einen Seniorenbeauftragten zu bestimmen. Wir wollen in den politischen Gremien stärker beteiligt werden, denn schließlich gehören fast 30 Prozent aller in der Gemeinde Apen lebenden Menschen zur erfahrenen Generation“, sagt Eberhart Hoffmann, Seniorenbeauftragter in der Gemeinde Apen. Seniorenpolitik hieße nicht nur, Politik für Senioren zu machen, sondern auch mit ihnen.
Mehr Mitsprache
Mit seiner Forderung ist der Aper Seniorenbeauftragte nicht allein. Unterstützt wird Hoffmann vom Aper Seniorenbeirat und vom Aper Behindertenbeauftragten Hermann Tammen. Während der jüngsten Sitzung des Aper Sozialausschusses hatte Hoffmann ausgeführt, dass Apen mit der Einrichtung eines Seniorenbeirats vor über 20 Jahren und des Seniorenbeauftragten vor 17 Jahren eine Vorreiterrolle übernommen habe. Diese habe sie nicht mehr..
Der Anteil der Menschen über 60 Jahre (diese werden im Seniorenplan als Senioren bezeichnet) steigt auch in der Gemeinde Apen. Derzeit sind von den 11 838 Einwohnern 3 364 Frauen und Männer über 60 (Stand 11. Februar 2021).
Bei der Aper Umfrage, an der sich 2020 von 300 angeschriebenen Senioren 252 beteiligt hatten, wurde unter anderem deutlich, dass sich die meisten über ihre künftige Wohnform noch keine Gedanken gemacht haben, gleichwohl aber mit zunehmenden Alter kleine altersgerechte Wohnformen benötigen. Dabei müsse, so Hoffmann, auch die Gemeinde für Lösungen sorgen. Zentrumsnahe, seniorengerechte Wohnungen in Zweifamilienhäusern seien eine Möglichkeit.
Das zeige sich vor allem daran, so Hoffmann, dass nur im Aper Sozialausschuss der Seniorenbeauftragte, ein Vertreter des Seniorenbeirats und der Aper Behindertenbeauftragte beratend mitwirken könnten. Im Bau- und Planungsausschuss, der z.B. über weiteren (seniorengerechten) Wohnraum diskutiert, oder im Straßen- und Brückenausschuss (wo es z.B. um Barrierefreiheit geht) sei man nicht berücksichtigt. Entsprechende Bitten habe der Rat bislang abgelehnt. Die Möglichkeit, dass die Seniorenvertretungen zu seniorenrelevanten Themen hinzugezogen würden, habe man in der Vergangenheit nicht genutzt. Sinnvoll sei es sogar, einen eigenen Seniorenausschuss einzurichten.
In der Diskussion im jüngsten Sozialausschuss sagte ein Kommunalpolitiker, dass die Belange von Senioren durch ältere Ratsmitglieder in der Ratsarbeit Gehör fänden. Einen Jugendausschuss gäbe es in Apen, weil sich diese Zielgruppe altersbedingt nicht in den Rat wählen lassen könne.
Eigener Seniorenplan
Entstanden war die Diskussion um mehr Mitsprachemöglichkeiten der Aper Seniorenvertretungen im Zusammenhang mit einen eigenen Seniorenplan für die Gemeinde. Für eine solche Art Fahrplan für die künftige Seniorenpolitik machen sich die Aper Seniorenvertretungen stark. Zusammen mit Gemeinderat und Verwaltung wollten sie das Konzept dafür erarbeiten. Grundlage dafür sollen Erkenntnisse aus dem Seniorenplan des Landkreises Ammerland und solche aus einer Umfrage von Aper Senioren sein, die im Spätsommer vergangenen Jahres in der Gemeinde Apen stattfand.
Seniorenbeauftragter Hoffmann führte in der Sozialausschusssitzung ferner aus, dass viele Aspekte in einem Seniorenplan zu berücksichtigen seien. Dazu gehörten vor allem seniorenrelevante Themen wie Wohnen und Wohnumfeld, Mobilität, Gesundheitsförderung, aber auch, dass besondere Gruppen wie behinderte Senioren nicht ausgegrenzt würden. Auch das Koordinieren auf Gemeindeebene (wer was für Senioren mache) müsse berücksichtigt werden.
Gespräch geplant
Der Sozialausschuss sprach sich schließlich dafür aus, dass sich die Ratsfraktionen mit dem Thema Seniorenplan beschäftigen sollen. Zudem soll ein Gespräch mit Vertretern der Seniorenvertretungen und der Verwaltung sowie den Fraktionsvorsitzenden stattfinden.
