Apen - Alles neu macht der Mai– das gilt auch für die Organisatoren des Punkfestivals ApenAir. Am 29. Mai nächsten Jahres soll es eine Neuauflage des Festivals geben.

Gab es nur coronabedingt 2020 kein Festival

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„Wegen der Corona-Pandemie hätten wir das Festival in diesem Jahr nicht veranstalten dürfen, aber wir hatten ohnehin geplant zu pausieren“, sagt Stephan Bruns, der zusammen mit Antje Meyer und Jörg Plöhn zu den Organisatoren des Festivals gehört. Vom Aper Festungsgelände, wo es wegen der nahen Bebauung durch das neue Wohngebiet am Hornskamp schwieriger wurde, das Festival zu veranstalten, wechsele man nun an den Aper Lonnenweg. 400 bis 500 Meter Luftlinie seien beide Standorte voneinander entfernt.

Der Planungsaufwand für das neue Gelände sei wesentlich größer, da man für das Festival im Außenbezirk viel mehr zu leisten habe: Mehr Rettungs- und Fluchtwege müssten geschaffen werden – und auch die Aufbauarbeiten seien wesentlich umfangreicher auf der neuen Wiese. Auf dem Aper Festungsgelände war die Infrastruktur größtenteils vorhanden.

„Doch wir haben auch mehr Möglichkeiten und können statt bislang 2500 Besuchern künftig 3000 bis 4000 Festivalgäste empfangen“, freut sich Meyer. Künftig stünden mehr Parkflächen als am Festungsgelände zur Verfügung und auch mehr Übernachtungsmöglichkeiten. So wollen die Organisatoren einen Festival-Campingplatz anbieten.

Warum gab es nun bereits ein offizielles Treffen

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15 Bands auf zwei Bühnen

Punkrock für jeden heißt das Motto auch am 29. Mai des nächsten Jahres, wenn das ApenAir-Festival erstmals auf dem Gelände am Aper Lonnenweg stattfindet. 15 Bands werden auftreten, nach und nach werden die Organisatoren bekannt gegeben, wer 2021 auf den Aper Bühnen stehen wird. Dazu gehören unter anderem „Alarmsignal“, „100 Kilo Herz“, „Fahnenflucht“ und „Graupause“. Der Headliner, das heißt, das musikalische Zugpferd, wird erst nach dem 1. Januar 2021 genannt.

Karten sind bereits erhältlich. Sie können zum Preis von 38 Euro (inklusive Systemgebühren) im Internet bestellt werden. Wie groß das Interesse an einem Besuch des Festivals ist, zeigte bereits eine Aktion im September, als 250 Eintrittskarten für 28 Euro innerhalb von drei Stunden vergeben waren.

Auch ein Shuttle-Service wird wieder angeboten. Busse werden Fans aus Emden/Leer, Aurich, Oldenburg und Wilhelmshaven nach Apen bringen. Bustickets müssen separat bestellt werden.

Dabei ging es Die Organisatoren hatten zum neuen Gelände am Lonnenweg eingeladen, um für Hilfsprojekte für bedürftige Menschen zu werben. Die beiden Bierdosenkünstler Christian Stracke und Susanne Adebar aus Emden engagieren sich seit Beginn der Corona-Pandemie für soziale Projekte. Aus Bierdosen und Aufklebern diverser Bands produzieren sie Krawatten, die dann im Internet versteigert werden. Über 2500 Euro konnten so bereits eingenommen werden. „Antje Meyer, Jörg Plöhn und ich vom Organisationsteam ApenAir unterstützen das Ganze, werben dafür, nutzen auch unsere Kontakte und kümmern uns um die Versteigerungen“, berichtet Stephan Bruns.

Der Erlös des Projektes kommt der Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp zugute. Dessen Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender Serkan Eren war eigens nach Apen gekommen, um auf dem neuen Festivalgelände 1500 Euro entgegenzunehmen. Im August waren in Stuttgart bereits 1000 Euro aus der Emder und Aper Kooperation für den guten Zweck übergeben worden. Die Hilfsorganisation Stelp unterstützt bedürftige Menschen auf drei Kontinenten.

Was soll mit den Spendengeldern geschehen

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Das Geld aus der Emder und Aper Aktion soll der Flüchtlingsarbeit auf den griechischen Inseln zugute kommen. Auf Stelp waren die Emder Bierdosenkünstler aufmerksam geworden, nachdem über die Brandstiftung eines Versorgungslagers für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Chios in den Medien berichtet worden war.

Nach Apen gekommen waren zudem Vertreter des Madness-Pogo-Festivals, eines Festivals bei Sigmaringen in Baden-Württemberg. Dessen Organisatoren, die freundschaftliche Beziehungen zu den Apen­Air-Veranstaltern aufbauen, wollen der Hilfsorganisation Stelp Teileinnahmen von ihrem Festival zur Verfügung stellen. Damit sollen eine Schule und Kleinbauern in Uganda unterstützt werden.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede