Apen - Schon zu Ostern soll sich – wenn alles gut läuft – die Schullandschaft in Apen verändern: Die Außenstelle der Augustfehner Oberschule (OBS), die seit Jahren zum Schulzentrum Apen gehört, soll aufgelöst werden. Die Aper OBS-Schüler sollen künftig am Hauptstandort in Augustfehn unterrichtet werden.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der neue Anbau des Augustfehner Schulzentrums mit OBS und IGS (Integrierter Gesamtschule) bezugsfertig ist. Ob nun zu Ostern oder zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Frühjahr: Die Tage, in denen drei Schulformen zum Aper Schulzentrum gehörten, sind gezählt.
Was passiert mit den jetzigen Räumen der OBS ?
Doch wie geht es dann weiter, wenn die OBS-Schüler nach Augustfehn gewechselt sind und ihre Räume im Aper Schulzentrum leer stehen? „Wir wollen nicht einfach nur die Räume auf die Grundschule und die Außenstelle des Gymnasiums verteilen, sondern wie bereits in Augustfehn das Schulzentrum Apen nach und nach modernisieren“, sagte Apens Bürgermeister Matthias Huber in einem Pressegespräch, das unter Einhaltung großer Abstände im Sitzungssaal des Rathauses stattfand.
Ob es die Digitalisierung oder die Inklusion, gute Bedingungen für die Mittagsverpflegung oder die Sanierungen der sanitären Anlagen seien – um nur einige Schwerpunkte zu nennen. Das Schulzentrum Apen würde nun bei den künftigen Schulinvestitionen im Fokus stehen, so Huber. Deshalb habe man einen Arbeitskreis eingerichtet, dem Vertreter aus Schule, Landesschulbehörde, Rat, Verwaltung und weitere angehörten. Jeder habe seine eigenen Vorstellungen und Wünsche, was fehle sei der „fachkundige Blick von außen aufs Ganze“.
„Wir haben bei Bauprojekten in Schulen festgestellt, dass die jeweiligen Architekten – was das reine Bauprojekt betraf – gute Fachleute sind. Aber andere Aspekte – wie beispielsweise die Raumaufteilung, wie sie aus pädagogischen Gründen sinnvoll ist – wurden nicht berücksichtigt“, berichtet Doris Siefert vom Fachbereich Bürgerdienste, Standesamt, Bildung und Familie bei der Gemeinde Apen.
Was ist das Besondere an diesem Schulprojekt ?
„Wir wollen bei der Planung einen neuen Weg gehen“, sagte Bürgermeister Huber. Die politischen Gremien hätten zugestimmt, dass man mit Architektin Heike de Boer aus Moormerland einen Leitfaden für die Schulmodernisierung erarbeite. Die Architektin kenne Schulbauprojekte aus verschiedenen Perspektiven.
Heike de Boer stellte sich bei dem Pressegespräch selbst vor. Sie habe fast 20 Jahre lang bei einem Schulträger, dem Landkreis Leer, als Architektin gearbeitet, habe sich zur Schulbauberaterin weitergebildet und auch an Fortbildungen der Landesschulbehörde mitgearbeitet. Was das Aper Projekt beträfe, so sei zunächst eine Bestandsaufnahme nach einer Besichtigung der Schule geplant. In einem zweiten Schritt solle mit allen Beteiligten eine Art Wunschliste erstellt werden, die dann in einem Modernisierungs- und Umbaukonzept münde, das bei allen eine möglichst hohe Akzeptanz haben solle. Zu berücksichtigen seien dabei natürlich auch die finanziellen Möglichkeiten.
Apens Grundschulleiter Björn Becker begrüßte diese Planung. Schule sei heute weit mehr als Lernen im Klassenraum, sei ein Lebensraum, den es mit Leben zu füllen gelte. Das beträfe sowohl Lernbedingungen (z.B. Arbeiten in Kleingruppen und damit mehr Raumbedarf) als auch gezielte Förderung in der Schule und außerschulische Angebote. Er wünsche sich, dass das Schulzentrum, das auch von zahlreichen anderen Organisationen und Vereinen genutzt werde, zu einem Dorfmittelpunkt einem bunten Haus zum Lernen und Leben wird.
Sind schon Baumaßnahmen geplant ?
Unabhängig von dem „Leitfaden Modernisierung Schulzentrum Apen“ ist ein Projekt schon für dieses Jahr geplant: Um die Schule barrierefrei zu gestalten, sollen für rund 240 000 Euro zwei Fahrstühle eingebaut werden.
