Apen - Was tun, wenn man allein lebt und der Corona-Test positiv ausfällt? Oder wenn man als Kontaktperson eines Erkrankten in Quarantäne muss? Wer kümmert sich ums Einkaufen, wer holt das Rezept vom Arzt ab und die Medikamente aus der Apotheke? Wer geht mit dem Hund spazieren oder wer bringt die kranke Katze zum Tierarzt?
„Das sind Fragen, die Menschen bewegen, die mit einer Corona-Erkrankung oder Quarantäne konfrontiert werden. Aber auch Senioren, die einige Vorerkrankungen haben und gerade während des Lockdowns möglichst nicht selbst einkaufen möchten. Sie benötigen Unterstützung“, weiß Chris Elling aus Apen. Im Ammerland könnten viele bei Alltagsproblemen zwar auf Angehörige oder Nachbarn zurückgreifen, doch es gäbe auch Menschen, die diese Möglichkeiten nicht hätten oder ihre Familienangehörigen oder Nachbarn könnten ihnen aus verschiedenen Gründen nicht zur Seite stehen. „Dann sind wir vom Helfernetzwerk Apen gefragt.“
Seit einem Jahr dabei
Seit knapp einem Jahr gibt es die Organisation. Als Covid-19 sich zu Beginn 2020 immer weiter ausgebreitet habe, hätten sich Mitglieder der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Augustfehn, zu der auch Elling gehört, Gedanken gemacht, wie man an Corona erkrankten Menschen und solchen in Quarantäne unterstützen könne. Rund 25 Helferinnen und Helfer gehörten zum Team, die aus verschiedenen Berufsgruppen kommen. Erzieher und Landwirte gehörten dazu, Versicherungsangestellte, Schüler und Studenten. „Wir arbeiten natürlich unentgeltlich, die Ausgaben, wenn wir für jemanden einkaufen, lassen wir uns natürlich erstatten“, sagt Elling.
Feste Patenschaften
Telefonisch oder auch per SMS würden die Wünsche – vielfach von Senioren – ans Helfernetz herangetragen. „Einige Menschen tun sich natürlich schwer, sich einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen und andere um Hilfe bitten müssen“, weiß der Koordinator des Helfernetzwerks. Aber wenn dieser Schritt erfolgt sei, könnten daraus sogar verlässliche Beziehungen werden. Einige der Helferinnen und Helfer betreuten inzwischen als Paten stets dieselben Menschen. „Untereinander regeln sie das, da bin ich als Koordinator außen vor“, berichtet Chris Elling.
Vor allem Einkäufe
Vor allem Einkäufe seien es, die die Helfer, die von Elling eingesetzt werden, erledigten. Per SMS werde die Einkaufsliste geschickt oder an die Haustür geheftet. Das Geld streckten die Helfer vor. Schüler und Studenten würden vom Helferkreis mit Beträgen ausgestattet, damit sie nicht in Vorleistung treten müssten. Der gefüllte Einkaufskorb werde vor die Haustür gestellt – an der Tür würden dann auch von dem Auftraggeber die Auslagen für den Einkauf hinterlegt. Doch nicht nur Einkäufe werden erledigt, auch andere Gefälligkeiten wie das Austauschen einer Glühbirne gehörten dazu. In einem Fall habe man sogar bei einem Notfall einen ganzen Umzug für jemanden gestemmt.
Das Helferwerk Apen entstand während des ersten Lockdowns im März vergangenen Jahres. Mitmachen können alle Interessierten, die ehrenamtlich Menschen in ihrem Alltag unterstützen möchten. Rund 25 freiwillige Helferinnen und Helfer zwischen 18 und 50 Jahren gehören bereits zum Team.
Wer sich dem Helferwerk anschließen und gern für andere engagieren möchte, kann sich bei Chris Elling melden. Der Aper koordiniert die Einsätze auch. Erreichbar ist Elling telefonisch unter der Nummer 0 44 09/97 04 14 oder per Mail an „chris.elling@ewetel.net“.
Chris Elling ist auch der Ansprechpartner für alle, die Hilfe bedürfen.
„Wir wollen uns auch als Impf-Paten betätigen und Senioren zum Impfzentrum nach Rostrup bringen“, so Elling. Doch mit der Gemeinde müssten noch einige Rahmenbedingungen (wie Versicherungsschutz, Kilometerpauschale usw.) geklärt werden.
