Apen - Dass eine Veranstaltung im Jahr 2020 ausfällt, hat zurzeit fast immer den gleichen Grund: das Coronavirus. Nicht so jedoch beim Apen Air. Die Pause des Musikfestivals, das im vergangenen Jahr rund 2500 Besucher begrüßen durfte, hat andere Gründe.
Triftigster Grund ist allerdings, dass das Festival im kommenden Jahr auf einem anderen Gelände stattfinden soll. Die Organisation bedarf daher eines neuen Grundsteins und die Vorarbeit sei intensiver, wie Organisator Stephan Bruns sagt. Damit man es „von der Pike auf vernünftig machen kann“, wie Festival-Planerin Antje Meyer sagt, und die Antragsstellung mehr Umfang habe, brauche man nun mehr Zeit. Der gesteigerte Umfang hängt auch damit zusammen, dass das Festival 2021 in einem Außenbezirk stattfinden soll. Dementsprechend seien mehr Rettungs- und Fluchtwege vonnöten und man habe einen umfangreicheren Aufbau zu bewältigen, wie die 39-jährige Antje Meyer erläutert. Auf dem alten Gelände hingegen war die Infrastruktur zu großen Teilen bereits vorhanden.
Um welche Fläche es sich genau handelt, soll noch nicht verraten werden, obgleich die Organisatoren, zu denen neben Bruns und Meyer auch noch Jörg Plöhn gehört, schon eine konkrete Fläche ins Auge gefasst haben und man in engem Austausch mit den Behörden steht. „Die neue Fläche ist Luftlinie 400 bis 500 Meter von der alten Fläche entfernt“, sagt Meyer. Dementsprechend bleibt das Festival auch 2021 ein waschechtes „Apen Air“.
Doch warum eine neue Fläche? Denn eins ist für Antje Meyer und Stephan Bruns klar: Viel größer als bisher soll das Apen Air nicht werden. Nichtsdestotrotz sagt Bruns: „Im Grunde ist das alte Gelände von der Kapazität ausgereizt.“ Mit dem neuen Gelände könnte die Besucherzahl auf bis zu 5000 gesteigert werden. Das Organisationsteam hat jedoch eher 3000 bis 4000 Besucher im Sinn. „Das ist, glaube ich, noch eine angenehme Geschichte“, meint Meyer. Ein Maximum von 5000 Besuchern sei zudem sinnvoll, da bei einer darüber hinausgehenden Besucherzahl strengere Auflagen gelten würden. Zu dem Entschluss, ein neues Gelände zu suchen, habe zudem das neue Baugebiet beigetragen, das mittlerweile bewohnt werde.
Mit dem neuen Gelände – sollte denn alles den gewünschten Gang gehen – erhält das Apen Air neben einer gesteigerten Anzahl an Parkplätzen zudem erstmals die Möglichkeit, auch Übernachtungen auf einem Festival-Campingplatz anzubieten. „Wir hatten viele Anfragen in den letzten Jahren, auch aus anderen Bundesländern“, begründet Bruns die Entscheidung für ein solches Angebot. So soll es solchen Gästen, die eine weitere Anfahrt haben, im kommenden Jahr ermöglicht werden, am Freitag anzureisen, am Samstag das Festival zu genießen und erst am Sonntag wieder abzureisen.
Eine Steigerung der Größe soll jedoch nicht zugleich eine Steigerung des Eintrittspreises bedeuten. Dieser hänge vor allem an den Headlinern, also den Hauptbands, wie die beiden erklären. Zwar habe es Überlegungen gegeben, auch mal bekanntere Bands nach Apen zu holen, doch haben sich derartige Pläne nicht konkretisiert. Allerdings gibt es Überlegungen, etwas vielfältiger zu werden, was die Bandauswahl angehe. „Wir wollen unserem Stil gerecht bleiben, aber wir werden uns in die mainstreamigere Punk-Szene ausbreiten“, verrät Bruns. So soll eine größere Zielgruppe angesprochen werden.
