Apen/Fort Lauderdale - Wenn einer der größten Fußballer der Geschichte Deutschlands vor einem steht, dürfte das für viele Menschen bereits ein ganz besonderer Moment sein. Wenn sich der „Bomber der Nation“, Gerd Müller, einen Abend mit an den Restauranttisch setzt, ist das gewiss eine Erinnerung, die niemals vergessen wird. So erlebte es eine Gruppe um Volkmar Siems aus Apen im Jahr 1984. Auf diese Momente blickt der Aper anlässlich des Todes von Gerd Müller zurück.
Siems hatte schon damals geschäftliche Verbindungen in die Vereinigten Staaten und war häufig in Fort Lauderdale im Bundestaat Florida unterwegs, erzählt er im Gespräch mit dieser Redaktion. Er exportiert Autos, vorwiegend Oldtimer von Mercedes. Im Gegenzug ist er bekannt als Importeur von amerikanischen Briefkästen.
Durch einen Zeitungsbericht erfuhr er seinerzeit, dass der Rekordtorschütze der Fußball-Bundesliga, Gerd Müller, in Fort Lauderdale ein Restaurant betreibt. In den USA ließ Müller damals seine von Erfolg geprägte Karriere ausklingen.
Steakhouse „The Ambry“
Der Stürmer Gerd Müller spielte von 1964 bis 1979 ganze 453 Mal für den FC Bayern München. Dabei erzielte er 398 Tore. In der Bundesliga traf er insgesamt 365 Mal – das ist Rekord.
Zahlreiche Titel konnte Müller in seiner erfolgreichen Karriere abräumen. So wurde er Europa- und Weltmeister (1972, 1974) und holte vier Mal die Deutsche Meisterschaft. Dazu kamen nationale und internationale Pokaltriumphe.
Am 15. August starb Gerd Müller im Alter von 75 Jahren.
In Apen sprach sich rum, dass Siems häufig nach Amerika reiste. So kamen auch Nachbarn auf den Geschmack und schnell bildete sich eine Gruppe für eine gemeinsame Reise. Ein absolutes Muss: Ein Besuch im Restaurant von Gerd Müller.
So rief Siems im Steakhouse „The Ambry“ an und reservierte einen Tisch. „Ich wusste, dass Gerd Müller meistens auch selbst vor Ort ist. Trotzdem habe ich noch einmal gefragt“, erinnert sich der Aper. Die Reisegruppe aus dem Ammerland bestand aus Margret Otte, Fredo Pahlkötter, Werner Wehmeyer, Jochen Tietjen, Volkmar Siems, Marianne und Schweer Meyer.
Letzterer war seinerzeit Stürmer 1. Mannschaft des TV Apen, erinnert sich Volkmar Siems. Grund genug für einige Fachgespräche mit dem Fußballstar Müller. „Schweer unterhielt sich mit ihm über die Ergebnisse der Bundesliga und den TV“, so Siems, dessen Urgroßvater den Aper Sportverein gründete.
Müller zeigte sich interessiert an den Ammerländern, blieb die ganze Zeit mit am Tisch. „Der war damals super drauf und war froh, dass mal ein paar Deutsche da waren“, so Siems.
Herkunft ausgedrückt
Mit der Sprache klappte es natürlich auch, wobei hier jeder seine eigene Herkunft ausdrückte: „Wir sprachen ein bisschen plattdeutsch, Müller antwortete auf bayerisch“, erinnert er sich. Dennoch: Über das Thema Fußball sprach man eine Sprache und verstand sich.
Es war ein besonderer Abend in Fort Lauderdale für die Reisegruppe aus dem kleinen Apen. Die Stadt gehört übrigens zur Metropolregion Miami an der Südostküste Floridas.
Es war ein Urlaub, der auch durch den besonderen Abend mit einem der größten Fußballer Deutschlands in guter Erinnerung blieb. Und an den man zurückdenkt, gerade in den Tagen nach dem Tod des früheren Welt- und Europameisters.
