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Gymnasium Westerstede In Apen Wo die Schule ein Paradies war

Apen - Fragt ein Journalist im Interview Menschen, was sie in ihrer bevorstehenden Pensionierung vermissen werden, so gibt es oft gar keine klare Antwort. Vielleicht, weil sie froh sind, endlich einen neuen Lebensabschnitt erreicht zu haben oder weil sie schon mit ihrem Berufsleben abgeschlossen haben.

Der letzte Tag als Chefin

Doch es gibt auch Interviewpartner, die sind noch so erfüllt von ihrem Beruf, dass sie auf die Frage hin ganz begeistert mit nur wenigen Worten quasi ihr gesamtes Berufsleben zusammenfassen und keinerlei Zweifel aufkommen lassen, wie sehr sie ihren Job geliebt haben und vermissen werden. Ein solcher Mensch ist Brigitte Anders. Zehn Jahre war sie die Leiterin der Außenstelle des Gymnasiums Westerstede in Apen. An diesem Mittwoch wird sie feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Als sie 2010 die Außenstelle übernahm, besuchten rund 120 Jungen und Mädchen aus Apen und Umgebung dort die fünften und sechsten Klassen. „Ich habe die Schule immer mit Herzblut geführt“, gesteht Brigitte Anders, strahlt und berichtet von der Besonderheit der Außenstelle. Einem Ort, in dem die Kinder „in einem Paradies“ lernen dürfen, einem Ort, der so besonders ist, dass fast immer als reibungslos lief. „Natürlich sind die Kinder immer nach den zwei Jahren aus dieser Außenstelle rausgewachsen und wollen zu den älteren Mitschülern“, weiß Brigitte Anders. Doch die Zeit dahin sei eine wirklich gute. Nicht zuletzt wegen der engagierten Gemeinde Apen. „Die Gemeinde hat ein großes Interesse daran, dass es bei uns gut läuft“, weiß die 63-Jährige. Deshalb sei die Schule auch top ausgestattet.

Selbst der Ausbau der Oberschule zur IGS, die ihr, so wird im Gespräch deutlich, zu Beginn etwas Kopfschmerzen bereitet hatte, habe sich als gute Ergänzung der Schullandschaft entwickelt – und nicht zur großen Konkurrenz. Neben all den positiven Außenfaktoren und der tollen Kinder seien aber auch die engagierten Eltern eine große Stütze der Außenstelle, zeigt sich Brigitte Anders dankbar.

Ihr Nachfolger steht übrigens schon fest: Joachim Pohlig, 44 Jahre alt, Oberstudiendirektor und bislang neben seiner Aufgabe als Lehrer für Deutsch und Englisch Fachobmann Englisch am Gymnasium in Westerstede.

Knapp ein halbes Jahr ist es her, da wurde der Oldenburger gefragt, ob er die Nachfolge von Brigitte Anders antreten möchte. „Zwei Tage habe ich drüber nachgedacht, dann wusste ich, ich möchte es sehr gern machen“, erinnert sich der künftige Außenstellenleiter im Gespräch mit der NWZ. „Ich denke, dass es mir viel Spaß machen wird“, sagt der 44-Jährige. Er freue sich auf die Herausforderung – und sei dankbar, eine so gut geführte Außenstelle übernehmen zu dürfen.

Optimistisch

Brigitte Anders sieht in ihrem Nachfolger einen Kollegen, der seine Sache sicher gut machen wird, ist sie überzeugt. Sie selbst freut sich bei aller Wehmut auf den Ruhestand und darauf, mehr Zeit mit ihrem Mann zu verbringen. Dennoch wird sie wohl sicher oft an ihre Berufstätigkeit denken. Wie war das noch gleich, was sie alles vermissen wird? „Die Kinder, die Bestätigung, die Kollegen, die Schule“, sagt sie, lacht herzlich und fügt dann aber noch hinzu: „Alles hat seine Zeit, es war sehr schön, aber nun freue ich mich auch auf das, was noch kommt.“

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
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