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Horst An Der Süderbäke Aper Storchen-Nachwuchs wird flügge

Apen - Nein, Kinder bringt der Klapperstorch nicht nach Apen. Aber Schaulustige – und davon eine ganze Menge, wie Frank Zahn zu berichten weiß. Der Vorsitzende des Ortsbürgervereins Apen beobachtet seit Wochen, wie das Storchenpaar, das den extra aufgestellten Horst an der Süderbäke bezogen hat, immer viele Besucher hat.

„Manche spazieren vorbei, andere picknicken sogar dort“, berichtet er. Zu schauen gibt es auf jeden Fall eine Menge, denn dem Storchenpaar ist es gelungen, zwei von insgesamt drei Küken groß zu ziehen. Der mittlerweile zu Störchen-Teenagern herangewachsene Nachwuchs ist fast so groß wie seine Eltern, fordert aber immer noch einen steten Essensservice ein. Und so schaffen die Eltern Frösche und anderes Getier heran, um die schier nimmersatten Kinder zu füttern. „Es ist ein schönes Schauspiel“, sagt Frank Zahn und hofft, dass sich dieses auch irgendwann bei den anderen zwei vom Ortsbürgerverein aufgestellten Storch-Horsten wiederholt.

Norderbäke und Espern

Sie stehen zum einen an der Norderbäke, zum anderen in Espern. „Jungstörche waren da“, berichtet Frank Zahn. Einige hätten dort auch übernachtet, sogar ein wenig am Horst gebaut, aber schlussendlich sei keiner geblieben.

Storch-Bilanz für Niedersachsen und Bremen

Wie die Storch-Bilanz 2020 aussieht, ist noch unklar. 2019 allerdings hatten sich laut Naturschutzbund Deutschland insgesamt 1133 Weißstorchpaare in Niedersachsen und Bremen niedergelassen. Die Storchenpaare brachten 2463 Jungstörche zum Ausfliegen. Damit wurde das gute Ergebnis aus dem Jahr 2018 (1008 Paare mit 1768 flüggen Jungen) bei den Paaren erneut um 12,5 Prozent und bei den flüggen Jungen sogar um 39 Prozent übertroffen. Dies ist der höchste Storchenbestand in Niedersachsen seit über 60 Jahren – und das trotz des trockenen Sommers“, erklärte Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz des Nabu Niedersachsen. Somit hält die positive Entwicklung bei den Weißstörchen an. Niedersachsen liegt dabei voll im bundesweiten Trend und zählt mit Baden-Württemberg und Brandenburg zu den Top drei der Bundesländer mit den meisten Storchenpaaren.

An der Süderbäke hingegen brütet – so hat es zumindest den Anschein – das Paar, das dort schon 2019 erfolgreich Jungen großgezogen hat. Beim beringten Männchen sind sich die Fachleute sicher, beim Weibchen, das keinen Markierungsring trägt, allerdings nicht. Dazu muss man wissen: Störche sind ihren Partnern nicht treu, aber ihren Nestern. Bedeutet: Sie kehren gern an den bekannten Wohnsitz zurück. Und so finden sich oft auch dieselben Störche wie im Vorjahr ein.

„Schade ist, dass es eines der Jungen nicht geschafft hat“, sagt Frank Zahn. So sei das dritte Küken vor einiger Zeit leblos aus dem Nest geworfen worden. Doch zwei gesund wirkende und bald flügge werdende Küken seien auch ein schöner Erfolg.

Start 2017

Seit 2017 engagiert sich der Ortsbürgerverein in Sachen Storch-Ansiedlung. Im März 2017 wurde deshalb mit vereinten Kräften, Spenden und handwerklicher Unterstützung der Horst an der Norderbäke errichtet. Als dieser von zwei Störchen, die von Kindergartenkindern liebevoll „Krischan und „Leefke“ getauft wurden, bezogen wurde, folgte im Jahr 2018 Horst Nummer zwei. Dieses Mal an der Süderbäke. 2019 wurde der dritte Horst errichtet. Mehr wird es in absehbarer Zeit nicht geben. „Drei sind genug, wir müssen ja auch beachten, dass genügend Futter in der Umgebung vorhanden ist“, erläutert Frank Zahn und verweist auf die zahlreichen Störche, die sich in der Region angesiedelt haben und auch in Apen auf die Jagd gingen.

Mäuse beliebtes Fressen

Für die Gemeinde sind die Störche übrigens ein Gewinn – nicht nur als Touristenattraktion. Denn Störche fressen gern Mäuse – und die steigenden Mäusepopulationen, die vor allem den Landwirten im Ammerland das Leben schwer machen, weil sie die Grasnarben wegfressen, sorgen für einen reich gedeckten Tisch. So könnten die im Volksmund als Glücksboten benannten Störche wohl auch den Landwirten mehr Glück bei der Ernte bescheren – auch wenn die Storchen-Kinder mehr auf Würmer als auf Mäuse stehen.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
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