Apen - „Wir fühlen uns in Apen einfach benachteiligt, wenn es um den Ausbau des schnellen Internets geht. Bei uns gibt es viele Bereiche, wo kein Glasfaser liegt. Schnelles Internet ist heutzutage aber so wichtig wie eine Wasser-, Gas- und Stromversorgung“, sagt Hans-Joachim Tietjen vom Aper Gewerbekreis. Zusammen mit Frank Zahn vom Ortsbürgerverein Apen hat Tietjen während der jüngsten Sitzung des Aper Straßen- und Brückenausschusses ein Schreiben an Bürgermeister Matthias Huber überreicht, in dem gefordert wird, dass sich die Aper Verwaltung und die Politik, aber auch die Landes- und Bundestagsabgeordneten für besseres Internet im Ort Apen einsetzen.
Ausbau in Augustfehn
Anlass für den (erneuten) Vorstoß war eine Berichterstattung in der NWZ. Apens Bürgermeister Matthias Huber hatte in der jüngsten Ratssitzung angekündigt, dass die Firma Glasfaser Nordwest 2022 in Augustfehn I, Augustfehn II, Vreschen-Bokel und Hengstforde die Voraussetzungen für schnelleres Internet schaffen werde und dort rund 2700 Haushalte die Möglichkeit hätten, hohe Bandbreiten bis zu 1000 Mbit/Sekunde zu erhalten.
Diese Aussage hätte den Gewerbekreis und den OBV nicht nur überrascht, man hätte auch von der Verwaltung und der Politik erwartet, dass im gleichen Atemzug zumindest angekündigt worden wäre, sich mit Nachdruckt auch für schnelles und leistungsfähiges Internet in Apen einzusetzen, so Tietjen. Dass das nicht geschah, könne man auch den Einwohnern im wachsenden Dorf Apen nicht vermitteln.
Gerade während des Wahlkampfs zur Kommunalwahl und zur Bundestagswahl sei immer wieder betont worden, wie wichtig die Digitalisierung sei. Vor diesem Hintergrund wünsche man sich von allen Seiten aktive Unterstützung. Er selbst, so Tietjen, habe sich auch an die Bundestagsabgeordneten Albani und Rohde gewandt und um Hilfe gebeten.
Apen ausbauen
Nicht nur der Gewerbekreis und der Ortsbürgerverein machen sich für den Glasfaserausbau in Apen stark, auch der örtliche UWG-Ratsherr Christian Martens fordert das. In einem Schreiben, das Martens bereits im Januar und jetzt nochmals ans Rathaus schickte, bat er darum, dass die Gemeinde Gespräche mit Anbietern führt und sie davon überzeugt, kurzfristig im Ort Apen das Breitbandnetz auszubauen.
Erfreulich sei, so Martens, dass der Landkreis sich dafür stark mache, dass sogenannte weiße Flecken mit schnellem Internet versorgt würden. Leider treffe das Förderprogramm nicht auf Haushalte zu, die über Kabel Deutschland/Vodafone einen Zugang zum Netz bekommen könnten. Das Problem sei, dass die Anschlusskosten mit mindestens 1000 Euro sehr hoch seien und man an Vodafone gebunden sei.
Strassen vergessen
Innerhalb Apens habe die EWE den Breitbandausbau vorangetrieben, so Martens. Vergessen worden seien bei der Planung die Straßen Thujaweg und Sanddornweg. Aktuell sei der Breitbandausbau hier nicht mehr vorgesehen. Mehrere Anwohner hätten versucht, in Gesprächen mit der EWE den Ausbau zu realisieren, ohne Erfolg. Gerade in Zeiten, in denen Home-Office, Home-Schooling und Streaming–Angebote einen hohen Stellenwert hätten und das Versenden größerer Datenmengen Alltag sei, sei leistungsfähiges Internet unverzichtbar.
Von Seiten der Anbieter werde mit zweierlei Maß gemessen, wenn die „weißen Flecken“ in den Außenbereichen mit mindestens 30 MBit versorgt würden, die Innenbereiche in den Hauptorten Apen und Augustfehn teilweise aber nicht.
