Apen - Zum Schuljahr 2021/22 gibt es in der Janosch-Grundschule in Augustfehn eine zusätzliche 1. und 2. Klasse. Hierfür mussten neue Klassenräume geschaffen werden. Das ist nun geschehen. Ein bisher nicht benötigter Klassenraum im Obergeschoss wurde als Aufenthaltsraum für Lehrer genutzt. Dieser wird zum 1. August wieder umfunktioniert. Die Lehrer weichen in ein Nebenzimmer im Obergeschoss aus. Außerdem wurde der bisherige Musikraum in einen Klassenraum umgewandelt und die Instrumente ebenfalls ins Obergeschoss in einen Durchgangsraum verlegt, berichtete Doris Siefert vom Fachbereich Bildung und Familie im Schulausschuss der Gemeinde.
Umbau überschaubar
Die Umbaumaßnahmen seien überschaubar, so Siefert weiter. Im ehemaligen Klassenraum müsse die alte Kreidetafel durch ein Whiteboard ersetzt und für eine Akustikdecke gesorgt werden. Außerdem müssten Beamer, I-Pad und Lautsprecher angeschafft und installiert werden. Darüber hinaus sei noch ein Klassensatz Möbel zu besorgen und der Raum komplett zu streichen. Im neuen Musikraum falle dagegen nur eine Teppichreinigung und Streichen an. Im bisherigen Lehrerzimmer müsse zudem nur umgeräumt und ein Schrank sowie ein Regal angeschafft werden, sagte Siefert. Die übrige Einrichtung sei bereits vorhanden.
So weit, so gut. Heiner Bruns (CDU) stellte nun aber die Frage, ob das nur eine kurzfristige Lösung sei, weil künftig aufgrund der demografischen Entwicklung mehr Klassen zu erwarten seien. Er regte an, in diesem Fall die Schulbezirke zu ändern, um die Raumkapazitäten in der Gemeinde zu nutzen, statt große Baumaßnahmen durchzuführen.
Erst Berechnungen anstellen
Hartmut Orth (UWG) trat dem entschieden entgegen. Es gebe in Apen zwar einen Bauboom, man brauche aber erst einmal Zahlen und Berechnungen. Dann könne geschaut werden, was für die Grundschulinfrastruktur getan werden muss. Das müsse spätestens zu Beginn der neuen Legislaturperiode geschehen – die nächste Gemeindewahl in Apen ist am 12. September.
Bürgermeister Matthias Huber (SPD) erklärte, dass die Gemeinde bereits eine statistische Hochrechnung gemacht habe und man in keine prekäre Situation käme. Über eine Veränderung der Schulbezirke sei ebenfalls bereits nachgedacht, die aktuellen aber auch nicht ohne Grund so gewählt worden. Es dürfe nicht passieren, dass ein Kind aus Augustfehn I zur Schule in den übernächsten Ort fahren muss.
Wie entwickeln sich Wohngebiete?
Dennoch wolle sich die Gemeinde dem Thema stellen, so Huber weiter. Im Arbeitskreis Demografische Entwicklung, der sich am 11. Mai trifft, solle darüber diskutiert werden. Dazu sei auch ein Vertreter der Niedersächsischen Sparkassenstiftung eingeladen worden, um gemeinsam zu schauen, wie sich Wohngebiete entwickeln. Dazu seien hochkomplexe Berechnungen notwendig und nicht nur die neuen Baugebiete zu berücksichtigen. Diesbezüglich habe die Gemeinde von der Niedersächsischen Landgesellschaft, die sich im Baugebiet Augustfehn-Hengstforde engagiert, und der Sparkassenstiftung eine Zusage bekommen, das Apen wissenschaftlich betrachtet wird. Dabei gehe es auch um die Planung von Krippen und Kindergärten.
Holger Mundt (CDU) regte abschließend dazu an, sich schon jetzt mit den räumlichen Möglichkeiten in der Gemeinde zu beschäftigen. Die Verwaltung müsse schon wissen, wo gebaut werden kann, wenn es nötig wird.
