Apen - Es gibt sie in Montabaur, in Brockhagen oder auch Jade: Mitfahrerbänke. Geht es nach der Gruppe SPD/CDU im Gemeinderat von Apen, dann sollten eben solche Bänke künftig auch in Nordloh, Augustfehn oder auch Godensholt aufgestellt werden. Wer dann darauf sitzt, der signalisiert, dass er eine Gemeinde weiter mitgenommen werden möchte. Es ist eine Art Trampen, nur dass statt des ausgestreckten Daumens eine Bank den Wunsch symbolisiert.
Außenbereiche im Blick
„Das Hauptaugenmerk soll hier auf noch nicht durch Busverkehr abgedeckte Verbindungen gelegt werden“, erläuterte Björn Meyer im Namen der Gruppe in einen Antrag an die Gemeindeverwaltung. „Ziel sollte es sein, die Außenbereiche der Gemeinde Apen mit den beiden Grundzentren Apen und Augustfehn zu verbinden.“
Der Antrag soll nun während der Sitzung des Arbeitskreises Demographische Entwicklung beraten werden, der am Dienstag, 14. Juli, 17 Uhr, in der Sporthalle Godensholt, tagt. Stimmt der Arbeitskreis zu, wird die Verwaltung beauftragt, einen Förderantrag im Rahmen der Dorferneuerung für die Einrichtung solcher Mitfahrerbänke zu stellen. Die notwendigen Eigenmittel sollen, so geht es aus den Unterlagen zur Sitzung hervor, aus der nicht durchgeführten Maßnahme „Nebenanlagen in Augustfehn“ genommen werden. Dies sind rund 12 500 Euro.
Nicht jeder hat ein Auto
Für die SPD/CDU ist klar: „Die Bedürfnisse an die Infrastruktur steigen stetig. Nicht jeder Einwohner der Gemeinde verfügt jedoch über einen eigenen Pkw, um Einrichtungen wie Einzelhandel, Banken, Ärzte, den Bahnhof oder die Gemeindeverwaltung zu erreichen.“ Da es der Busverkehr nur bedingt schaffe, das Problem zu lösen, könne jeder Einzelne aus der Gemeinde dazu beitragen.
Die Verwaltung ihrerseits schreibt in der Vorlage an den Arbeitskreis: „Durch ein funktionierendes Dorfleben, ein Gemeinschaftsgefühl und letztlich die Hilfsbereitschaft der Bürger soll es gelingen, dem nicht mobilen Teil der Bevölkerung eine Mitfahrgelegenheit zu ermöglichen.“ Allein das Sitzen auf der Bank mache kenntlich, dass man von anderen, die mit dem Pkw auf dem Weg in einen anderen Gemeindeteil sind, dorthin mitgenommen werden möchte. „Dies ist eine andere Form des Unterstützens, des miteinander Kommunizierens und des Gemeinschaftslebens. Verwaltungsseitig sei an dieser Stelle erwähnt“, so die Gemeinde Apen, „dass die Corona-Pandemie gezeigt hat, dass Menschen näher zusammenrücken und sich gegenseitig helfen und unkonventionelle Wege des Helfens und Miteinanders durchaus noch angeboten und auch genutzt werden.“
Wird die Idee genehmigt, könnte eine Antragstellung für die Fördergelder zum Stichtag 15. September im Rahmen der Dorfregion Apen erfolgen. Mit Blick auf die übrigen Anträge und den unkonventionellen Ansatz könnte dieser Wunsch nach den Mitfahrbänken, so geht es aus der Verwaltungsvorlage vor, im Vergleich zu anderen einen besonderen Stellenwert haben.
