Apen - Es steht fest: Der frische Matjes – ob im Brötchen oder mit Bratkartoffeln – erlebt am 21. Juni keine Hochkonjunktur in Apen. „Wir haben uns frühzeitig mit den Betrieben und Bürgermeister Huber abgesprochen und unser traditionelles Matjesfest abgesagt“, erklärt Jochen Tietjen, Vorsitzender des Gewerbekreises Apen. Die Einhaltung der Mindestabstände sei nicht zu gewährleisten gewesen. Das Matjesfest sei ein Anziehungspunkt und locke jährlich einige Tausend Besucher in das Gewerbegebiet An der Wiek.

Auch wenn ein Großteil der Veranstaltung an der frischen Luft stattfinde, stehe auf der anderen Seite der „Verkaufsoffene Sonntag“ – die Geschäfte seien voll. Es sei verständlich und nachvollziehbar, dass die Gewerbebetriebe besonders mit Blick auf den verkaufsoffenen Sonntag große Bedenken hätten: „Wenn zu viele Menschen in den Geschäften sind, wird es – auch mit Mundschutz – schwierig, Abstand zu halten.“

Die Mitarbeiter seien einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt und müssten, wenn im Umfeld ein positiver Befund gemeldet werden würde, gegebenenfalls in Quarantäne. Zum einen stehe die Gesundheit der Mitarbeiter ganz oben an, zum anderen wäre der Schaden für die Betriebe durch solche Ausfälle wesentlich größer als durch einen verkaufsoffenen Sonntag.

Der Flohmarktbetreiber Siebrecht aus Cloppenburg, der für den Flohmarkt bei Veranstaltungen im Gewerbegebiet Apen zuständig ist, habe ohnehin keine Genehmigung bekommen, um den Flohmarkt zu betreiben.

Noch nicht endgültig entschieden ist, ob das Weinfest in Hengstforde am 11. und 12. September stattfinden kann. Im zweijährigen Rhythmus wird das Fest von verschiedenen Vereinen der Gemeinde Apen gemeinsam gestaltet. Veranstaltungsort ist das Areal bei der Hengstforder Mühle. „In naher Zukunft wird es eine Zusammenkunft geben, um die nächsten Schritte zu besprechen“, so Tietjen. Gemeinsam mit den anderen beteiligten Vereinen werde beraten, ob das Weinfest stattfinden oder auf 2021 verschoben werde.

Und wie sieht es mit dem Oktoberfest aus? „Der Gewerbekreis Apen wird in absehbarer Zeit eine Sitzung zu dem Thema einberufen“, blickt der Vorsitzende voraus. „Wenn die Bedingungen gut sind und die Zahlen sich weiter verbessern, dann könnte es das Oktoberfest geben.“ Experimente werde der Gewerbekreis nicht machen: „Wenn die Menschen nicht gesund sind, wird das Oktoberfest abgesagt.“

Flohmarktbetreiber Siebrecht habe signalisiert, dass Stände bald wieder geöffnet werden dürfen – mit entsprechendem Abstand. „Wir werden voraussichtlich Mitte August eine Entscheidung fällen. Dann ist noch ausreichend Zeit für die Organisation“, blickt Tietjen entspannt nach vorne. Oberste Priorität habe die Gesundheit der Menschen.