Augustfehn Ii - Der aktuelle Corona – Lockdown hat das öffentliche Leben weiterhin fest im Griff und schränkt es nahezu komplett ein. Besonders betroffen sind davon Vereine aller Art, die um Mitglieder und Sponsoren kämpfen. Dies gilt auch für den TuS „Vorwärts“ Augustfehn. In dem fast reinen Fußballverein, welcher vom Mannschaftssport lebt, ist derzeit nichts Sportliche möglich.
Kein Sportbetrieb
„Es ist leider alles zum Erliegen gekommen. Was soll auch möglich sein?“, erzählt der 1.Vorsitzende Roland Brückmann und beschreibt: „Die große Herausforderung ist es, die Mitglieder im Verein zu halten. Alle Mannschaften wollen unbedingt kicken und brennen darauf wieder loslegen zu dürfen, doch sie können natürlich nicht. Dies ist frustrierend zu sehen. Wir müssen die Mitglieder irgendwie dabei behalten.“
Dies gelingt dem TuS „Vorwärts“ derzeit gut. Mitgliederwart Andreas Schulz muss bislang keine hohen Mitgliederverluste beklagen. Doch sportlich geht im Verein nichts. Die zahlreichen vereinseigenen Jugend- und Herrenturniere im Sommer und im Winter, welche sonst für einen Teil der Vereinseinnahmen sorgen, fielen aus. Der Spielbetrieb und damit das Leben auf dem Sportplatz, ist seit Monaten erloschen.
Hygienekonzept
Bereits während des ersten Lockdowns hatten die Verantwortlichen vom TuS „Vorwärts“ ein ausführliches Hygienekonzept ausgearbeitet und dieses immer wieder nachgeschärft. Somit konnte der Spiel- und Trainingsbetrieb über den Sommer stufenweise gewährleistet werden. Hygienebeauftragter und 2.Vorsitzender Luca Harwardt steht dafür im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt. „Wenn der Fußball irgendwann unter Einschränkungen wieder stattfinden darf, dann sind wir zumindest bereit“, so Harwardt, der vor dem Lockdown selbst tagelang auf dem Sportplatz die Einhaltung der Hygieneregeln beaufsichtigt hat.
Schon seit Jahren plant der TuS Vorwärts Augustfehn den Bau eines neuen Umkleidegebäudes. Es fehle an Kapazitäten und an verschiedenen Umkleideräumen, heißt es, deshalb käme laut Vorstand nur ein Neubau in Frage. Das aktuelle Gebäude sei zu klein. In der Coronapandemie ist dieses Anliegen von der Agenda verschwunden. Das Projekt soll weiterverfolgt werden. Um so etwas zu planen, müsse man sich an einen Tisch setzen können, so der Vereinsvorstand.
Doch nicht nur thematisch hat die Pandemie, die Vereinsarbeit bei den Augustfehnern verändert. Vorstandssitzungen und Gemeinschaftsarbeiten sind nicht möglich. Nachdem die Mitglieder im Vorstand zu Beginn des zweiten Lockdowns auf Whats App-Absprachen gesetzt hatten, finden nun die Sitzungen per Videokonferenzen statt. „Insgesamt ist die Kommunikation innerhalb des Vorstandes, aber auch zu den Mitgliedern aber stark gesunken“, so Brückmann.
3000 Euro Spenden
Trotz der Schwierigkeiten der Pandemie können die Augustfehner jedoch auf eine erfolgreiche Spendenaktion blicken. Anfang November startete der Verein einen Aufruf, um einen neuen Ballfangzaun für den Sportplatz anschaffen zu können. „Mit der Frage, wie man so ein Projekt in dieser Zeit finanzieren könnte, sind wir auf den Spendenaufruf gekommen. Das hat super geklappt. Von kleinen Privatspendern bis hin zu großen Beträgen war alles dabei. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen Unterstützer“, so Brückmann.
Innerhalb von zwei Wochen sammelten die Augustfehner mehr als 3000 Euro von über 50 verschiedenen Spendern und konnten das Projekt nun fertigstellen. Weitere Arbeiten zur Verschönerung des Platzes wie die Errichtung neuer Trainerbänke, sollen nach möglichen Pandemielockerungen stattfinden.
