Augustfehn Ii - Die Verkehrswege zum neuen Familienzentrum in Augustfehn II müssen verbessert werden. Darin sind sich die Aper Ratsmitglieder einig. Doch über den Zeitpunkt, wann die Gemeinde für eine bessere verkehrliche Anbindung der neuen Einrichtung mit Kita, Krippe und Dorftreff sorgen soll, kam es während der Sitzung des Aper Finanzausschusses zu einer heftigen Kontroverse.
Gefährliche Situation
Bernd-Thomas Scheiwe (UWG) sagte, dass es für die Gemeinde zu leisten sei, nach unerwarteten Zuschüssen des Kreises über 750.000 Euro nicht nur Aper Kreditlaufzeiten von 30 auf 20 Jahr zu verkürzen, sondern auch das Projekt „Verkehrsanbindung Familienzentrum Augustfehn II“ anzuschieben. UWG-Mitglieder hätten sich morgens die problematische Verkehrssituation angesehen. Begegnungsverkehr auf der nur 3,50 Meter schmalen Zubringerstraße Am Kanal sei nur durch Befahren der stark lädierten Bermen möglich. Unterwegs zwischen den Autos seien radfahrende Eltern mit Kindern in Anhängern, Eltern, deren Kleinkinder auf eigenen Rädern führten, sowie Schüler, die zur Bushaltestelle wollten. Obendrein sei die Straßenbeleuchtung schlecht.
Dass die Verkehrsanbindung verbessert werden muss, hatte 2019 auch ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten ergeben. Ausgesprochen hatte sich die Politik damals für den Ausbau der Straße Neue Siedlung von der Einmündung Am Kanal bis zum Familienzentrum, den Ausbau der Straße Am Kanal zwischen Neue Siedlung und Neue Straße sowie Abriss und Neubau der Ripken-Brücke über den Kanal. Dazu kam die CDU-Anregung, die Bushaltestelle Alte Schule nahe der Ripken-Brücke weiter Richtung Ihausen zu verlegen, damit der Bus über eine neue Brücke direkt zur Stahlwerkstraße fahren kann.
Wie Henning Jürgens, Vertreter des Bürgermeisters, sagte, setze man bei dem Projekt auf Zuschüsse aus der Dorferneuerung. Ein erster Antrag wurde abgelehnt, man wolle es erneut versuchen und hoffe 2022 auf Gelder.
Hartmut Orth und Klaus Harms (beide UWG) betonten, das Projekt Familienzentrum solle bald beendet werden und man solle handeln, bevor das Familienzentrum voll belegt sei. Andere Ausschussmitglieder – darunter Björn Meyer, Johann Hasselhorst, Harald Schmidt (alle SPD), Holger Mundt, Markus Berends (beide CDU), Torsten Albrecht (Grüne), aber auch Bürgermeister Matthias Huber – verwiesen darauf, dass es Konsens aller Fraktionen sei, bei den vielen Investitionen und der angespannten Finanzlage nichts Neues dazu zu packen. Im Übrigen könne man den UWG-Vorschlag deshalb nicht nachvollziehen, weil die UWG meine, Apen investiere über seine Verhältnisse, gleichzeitig aber eine weitere Investition fordere, und nicht einmal darauf verweise, was stattdessen an Projekten geschoben werden solle. Es sei schmerzlich, dass vieles – wie die Verkehrsanbindung Familienzentrum – noch dauere. Man benötige die Kreisgelder, um den Handlungsspielraum der Gemeinde für die Zukunft nicht noch weiter einzuengen.
Sitzung unterbrochen
Nach langer Diskussion und kurzer Sitzungsunterbrechung befürwortete eine große Mehrheit das Aper Investitionsprogramm bis 2024, zu denen das Projekt „Verkehrsanbindung Familienzentrum“ gehört. Die drei UWG-Ratsherren stimmten dagegen.
