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Vorwürfe in Bad Zwischenahn Wurde beim Abriss von Nazi-Villa geschlampt?

Wurde abgerissen: die geschichtsträchtige Villa an der Straße Unter den Eichen in Bad Zwischenahn. Beim Abbruch soll das Auto einer Nachbarin durch eine herunterfallende Dachpfanne beschädigt worden sein.

Wurde abgerissen: die geschichtsträchtige Villa an der Straße Unter den Eichen in Bad Zwischenahn. Beim Abbruch soll das Auto einer Nachbarin durch eine herunterfallende Dachpfanne beschädigt worden sein.

Bad Zwischenahn - Mit der geschichtsträchtigen Villa an der Straße Unter den Eichen ist ein historisches Gebäude inzwischen verschwunden. Ein Unternehmer hatte das Gebäude abreißen lassen und will an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus errichten. In der Villa lebte Sophie Charlotte von Oldenburg ab 1951. Die Schwiegertochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. war aktive Nationalsozialistin und mit Nazi-Größe Harald von Hedemann verheiratet. Beim Abbruch des Hauses, der nichts mit der Vergangenheit der ehemaligen Bewohner zu tun hat, lief nun aber offenbar nicht alles glatt.

Nachlässig abgesichert?

Für den Abriss war ein Unternehmen aus Westerstede zuständig, das mit entsprechend schwerem Gerät anrücken musste, darunter ein großer Bagger. Nun behauptet Nachbarin Michaela Laube, dass dabei die Absicherung der Baustelle vernachlässigt wurde. Sie wohnt in dem Haus nebenan und hatte ihren Pkw auf ihrem Abstellplatz geparkt. Bei den Abbrucharbeiten auf dem Nachbargrundstück sei am 10. November eine Dachpfanne heruntergefallen und habe ihr Auto beschädigt. An dem silbernen Fahrzeug sind tiefe Kratzer zu erkennen.

Daraufhin seien vier Mitarbeiter zu ihr gekommen und hätten den Unfallhergang geschildert. „Man hat mir gesagt, die Versicherung wüsste Bescheid und werde sich melden“, so Laube. Sie habe auch eine Visitenkarte der Firma erhalten und ihre Daten ausgetauscht. Doch die Frau habe vergeblich auf eine Kontaktaufnahme gewartet. Also vereinbarte sie selbst einen Termin mit dem Unternehmen und holte sich einen Kostenvoranschlag bei einer Werkstatt. „Dieser beläuft sich auf 682,64 Euro“, sagt Laube.

Doch statt auf den Kostenvorschlag einzugehen, habe der Geschäftsführer des Unternehmens nur 200 bis 300 Euro zahlen wollen. „Er hat mir angeboten, mein Auto bei einem Kumpel in Apen reparieren zu lassen. Ich habe ihm aber geschildert, dass ich keinen Leihwagen fahren kann, da es sich um ein umgebautes behindertengerechtes Auto handelt“, meint die Nachbarin. Deshalb habe sie das Angebot abgelehnt.

Schaden nicht beglichen

Auch bei der Polizei Bad Zwischenahn konnte man Michaela Laube nicht weiterhelfen, da es sich um eine zivilrechtliche Sache handele und sie sich einen Anwalt nehmen müsse. Strafrechtlich relevant wäre der Fall nur, wenn das Auto absichtlich beschädigt wurde. So wartet sie noch immer darauf, dass der Schaden beglichen wird. „Ich möchte weitere Geschädigte oder Zeugen finden, die gesehen haben, dass die Baustelle nicht richtig abgesichert war und billigend in Kauf genommen wurde, dass Schäden entstehen“, sagt die Frau.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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